Derzeit können die Schülerinnen und Schüler von drei städtischen Schulen zu Fuß zum Schwimmunterricht ins Hallenbad gehen. Da Leonhard-­Sachs-Schule, Realschule am Karlsberg und Albert-Schweitzer-Gym­na­sium große Schulen sind, macht dieses Kontingent mindestens
die Hälfte aller Schüler aus. Die anderen acht Schulen müssen ihre Kinder und Jugendlichen mit dem Bus zum Hallenbad fahren.

Wenn das Hallenbad ins Maulachtal verlegt wird, müssen alle Schülerinnen und Schüler der städtischen Schulen dorthin transportiert werden. Was würde dadurch an Mehrkosten entstehen? Während die Stadtwerke von 35.000 Euro ausgehen, kommt Ulrich Kern, Rektor der Realschule am Karlsberg, auf 49.000 Euro. Er berechnet pro Fahrt 70 Euro. Bei elf Schulen sind das 22 Fahrten in der Woche. Das Ganze mit 32 Unterrichtswochen multipliziert, ergibt 49.000 Euro. Wie haben die Stadtwerke gerechnet? Die Anfrage der HT-Redaktion, am vergangenen Sonntag gestellt, will das in städtischer Hand befindliche Unternehmen erst am Donnerstag beantworten – wobei noch nicht einmal das sicher ist.

Crailsheim

Sind nur 20 Prozent der Hallenbadbesucher Schüler?

Eine weitere Zahl sorgt für Erstaunen. Nach Angaben der Stadtwerke beträgt die Quote der Schülerinnen und Schüler an der Gesamtzahl der Besucher/innen nur 20 Prozent. Dazu Schulleiter Kern: „Diese Zahl erschließt sich mir nicht.“ Laut Max Kopplin, dem stellvertretenden Rektor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, sind rund 1300 Schüler/innen pro Woche im Hallenbad. Wenn das 20 Prozent entspricht, müsste die Gesamtbesucherzahl bei 5200 liegen. Kann das sein? Auch diese Fragen wollen die Stadtwerke erst bis Donnerstag beantworten.

DLRG tendiert zu Maulachtal

Schneller reagiert auf die HT-­Anfrage hat die Crailsheimer Ortsgruppe der Deutschen Lebens-­Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Vorsitzender Jens Steinbach teilt mit, dass die Vorstand­schaft „und ein Großteil der Aktiven“ für ein Hallenbad im Maulachtal „tendieren“. Die Ortsgruppe, betont er, sei dankbar dafür, dass überhaupt ein neues Hallenbad gebaut wird. Solche Entscheidungen seien schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Auf Nachfrage bestätigt Steinbach, dass die DLRG für ihre Ausbildung einen Sprungturm und ein entsprechend tiefes Becken braucht. Derzeit ist aber beides in den Neubauplänen der Stadtwerke nicht vorgesehen. Steinbach setzt nun auf die Expertenrunde, die bis Jahresende Vorschläge zur Ausstattung des Bades vorlegen soll.

Kein Erlebnisbad geplant

Auf eine weitere Unklarheit macht der SPD-Stadtrat Wolfgang Ansel aufmerksam. Er verfolgt die Kommentierung der Frage nach dem besseren Standort für das neue Hallenbad in den sozialen Netzwerken. Und hat, sagt er, den Eindruck gewonnen, dass viele Menschen glauben, es würde eine Art Erlebnisbad neben das Freibad gebaut – mit Rutschen und so. „Doch genau das ist nicht vorgesehen“, betont der Stadtrat, der zwischen den beiden Standorten hin- und hergerissen ist. Umso wichtiger ist für ihn, dass für eine so grundlegende Entscheidung alle erforderlichen Informationen vorliegen. „An diesem Punkt sind wir noch immer nicht“, bedauert Ansel – und das wenige Tage vor dem Bürgerentscheid. Der findet am kommenden Sonntag statt. Die Crailsheimer sind aufgerufen, folgende Frage mit Ja oder Nein zu beantworten: „Sind Sie für den Neubau eines Hallenbades in der Kernstadt?“

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