Basketball-Bundesligist Hakro Merlins Crailsheim hat das Training trotz der Ausnahmeregelung für Profisportler in Baden-Württemberg noch nicht wieder aufgenommen. Weil auch die Spieler aufgrund der Coronavirus-Krise in Kurzarbeit sind, trainieren sie weiterhin nur individuell. „Sie dürfen nur auf freiwilliger Basis in die Halle“, sagte der Sportliche Leiter Ingo Enskat der Deutschen Presse-Agentur. Es stünde derzeit auch nicht die komplette Mannschaft in Crailsheim zur Verfügung. Zwar sei ein „Großteil“ der fünf amerikanischen Profis nicht in die Heimat zurückgekehrt, aber auch deutsche Spieler seien bei ihren Familien.

Die Saison in der Basketball-Bundesliga ist vorerst bis zum 30. April unterbrochen. Ob er einen Saisonabbruch oder eine Fortsetzung bevorzugen würde, konnte Enskat nicht sagen. „Wenn die Saison so ein Ende nehmen würde, wäre das schon sehr sonderbar. Aber ich glaube, beides wird ein bisschen strange.“

Seit Samstag, 11. April, dürfen Profi- und Spitzensportler in Baden-Württemberg das Training unter strengsten Vorgaben wieder aufnehmen. Das Ministerium für Soziales und Integration und das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport hatten dies am Freitag vor einer Woche in Stuttgart mitgeteilt.

„Aufgrund zahlreicher Anfragen aus dem Profi- und Spitzensport und bereits in Kraft getretener Regelungen in anderen Bundesländern hatten sich Gesundheitsminister Manne Lucha und Sportministerin Susanne Eisenmann darauf verständigt, dass der Trainingsbetrieb von Profi- und Spitzensportlern auch in Baden-Württemberg unter Beachtung strengster Abstands- und Hygiene-Auflagen und in Kleingruppen wieder ermöglicht werden soll. Durch die Verordnung ist nun die rechtliche Grundlage dafür geschaffen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums, das gleichzeitig aber betont: „Die Ausnahmeregelung vom Verbot des Betriebs von Sportanlagen und Sportstätten gilt ausdrücklich nur für den Profi- und Spitzensport. Der Amateur- und Freizeitsport ist hiervon nicht umfasst.“

Sportler haben beim Training viele Vorschriften zu beachten

Um das Übertragungsrisiko des Coronavirus gering zu halten, seien unter anderem folgende Vorgaben zwingend zu beachten: Trainingseinheiten dürfen nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ausschließlich individuell, zu zweit oder in kleinen Gruppen von maximal fünf Personen erfolgen. Während der gesamten Trainingsdauer muss ein Abstand von möglichst zwei, mindestens aber eineinhalb Metern zwischen sämtlichen anwesenden Personen (zum Beispiel Spielerinnen und Spielern, Sportlerinnen und Sportlern sowie Betreuerinnen und Betreuern) eingehalten werden. Ein Training von Spielsituationen, in denen ein direkter Kontakt erforderlich oder möglich ist, ist untersagt. Benutzte Sport- und Trainingsgeräte müssen nach der Benutzung sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden. In den Toiletten müssen ein Hinweis auf gründliches Händewaschen angebracht sowie ausreichend desinfizierende Seife und nicht wiederverwertbare Papierhandtücher zur Verfügung stehen.

Zu Profi- und Spitzensportlern zählen Bundeskaderathletinnen und -athleten sowie paralympische Bundeskaderathletinnen und -athleten, Profimannschaften der ersten und zweiten Bundesligen aller Sportarten sowie selbstständige, vereins- oder verbandsunabhängige Profisportlerinnen und -sportler ohne Bundeskaderstatus.

Gesundheitsminister Manne Lucha wird in der Mitteilung zitiert: „Wie für andere Berufstätige wie etwa Handwerker gilt auch für das Training von Profisportlern: Bitte unbedingt fürsorglichen Abstand zueinander halten, ausschließlich alleine oder in Kleingruppen arbeiten und alle Hygienevorschriften akribisch befolgen. Der maximale Gesundheitsschutz muss auch bei der Trainingsarbeit im Vordergrund stehen.“

Die baden-württembergische Sportministerin Dr. Susanne Eisenmann ergänzt: „Wir haben eine verlässliche und umsichtige Ausnahmeregelung geschaffen, die alle Sportarten berücksichtigt. Jetzt können unsere baden-württembergischen Spitzensportlerinnen und -sportler das Training individuell, zu zweit oder in Kleingruppen wieder aufnehmen. Das gilt ausdrücklich auch für unsere paralympischen Top-Athletinnen und -Athleten. Klar ist natürlich, dass sie dabei die strengen Auflagen des Infektionsschutzes umsetzen und Abstand zueinander halten müssen.“

Die Crailsheimer B-Mädchen sind Amateure - und bleiben in der Pause

Für die Fußball-B-Juniorinnen des TSV Crailsheim gilt die Ausnahmeregelung übrigens nicht, wie Abteilungsleiter Manfred Schaborak und Teammanager Günther Herz am Telefon bestätigten. Sie erfüllen zwar das Kriterium der Bundesligazugehörigkeit, die jungen Kickerinnen sind aber keine Profisportler. „Die Mädchen verdienen kein Geld damit, sie sind reine Amateure“, sagte Herz. „Wir machen ganz normal Pause, bis wir wissen, wie es weitergeht, beziehungsweise bis wir grünes Licht haben, wieder normal trainieren zu dürfen“, ergänzte Schaborak.