Die neue Trainingshalle der Hakro Merlins Crailsheim ist am Mittwochabend mit einem Tag der offenen Tür samt Autogrammstunde offiziell in Betrieb genommen worden. Am Abend zuvor hatten die Zauberer zum Sponsorenabend in die Blue Box eingeladen – inklusive Speeddating mit den Spielern und Trainern der Bundesliga-Mannschaft. Das Format kam gut an.

Die Brüder Bastian (13) und Dennis Seifert (16) freuten sich besonders über die Gesprächsrunden mit Aaron Jones und Javontae Hawkins sowie mit Sebastian Herrera und DeWayne Russell. „Ich finde es toll, dass man mit den Spielern persönlich in Kontakt kommen kann“, sagte Bastian, der unter anderem wissen wollte, wie er selbst den Sprung zum Profi schaffen kann. In sechs Zweier-Runden standen die zehn Merlins-Profis sowie die Trainer Tuomas und Joonas Iisalo Rede und Antwort. Jeweils fünf Minuten verbrachten die Sponsoren in jeder Runde, ehe sie zur nächsten weiterzogen.

Crailsheim

Spieler kommen in der neuen Trainingshalle mit Fans in Kontakt

Die Profis gaben mitunter ziemlich persönliche Dinge preis. Der neue Center Dejan Kovacevic verriet zum Beispiel, dass er als junger Profi bei Bayern München seine Wäsche immer noch seiner Mama zum Bügeln vorbeibrachte. Und jetzt, da er älter ist, wolle er nicht mehr in einer WG wohnen. „Das ist ganz cool, wenn man jung ist“, erklärte der 22-jährige Center.

In Crailsheim wohne er in der Nähe des Trainers, also müsse er aufpassen, dass er nicht zu lange das Licht anhabe, sagte Kovacevic und lachte mit seinem Nebensitzer Fabian Bleck. Auch sein Spruch „Die Amis wissen ja gar nicht, dass in Deutschland Schwein lecker schmeckt“ sorgte in der Runde für Lacher, als es um das Thema Essgewohnheiten am Volksfest ging. „Ich habe gehört, dass das Volksfest in Crailsheim besser als das Oktoberfest in München sein soll?“, fragte der gebürtige Münchner und schüttelte ungläubig lächelnd den Kopf. Leider könne er das nicht genau herausfinden, da am Dienstag nach dem Volksfest ja das erste Saisonspiel in Gießen anstehe.

Jan Span hat sich Deutsch selbst beigebracht

Am meisten gelacht wurde aber wohl in der Runde um Aaron ­Jones und Javontae Hawkins. ­Jones war vom sportlichen Leiter Ingo Enskat bei der Spielervorstellung schon besonders begrüßt worden. „Jedes Team braucht einen Klassenkasper. Die anderen sind es nicht.“ Der Center drehte sich verschämt weg und wurde von seinen Teamkollegen bejubelt. Mit seinem Afro auf dem Kopf, seiner offenen Art und seinem verschmitzten Lächeln hat er das Zeug zum neuen Liebling der Merlins-Fans.

Der slowenische Aufbauspieler Jan Span beeindruckte hingegen mit perfektem Deutsch. Frank Seifert, Vater von Bastian und Dennis und Geschäftsführer der Stickerei Seifert aus Dörzbach, war baff, als er die Erklärung des Nationalspielers hörte. „Er hat es sich als Kind selbst über Comicserien im TV beigebracht. Das ist Wahnsinn und zeugt von großer Intelligenz“, sagte Seifert.

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Mehr Trainingsoptionen durch die Blue Box


In der neuen Trainingshalle, der Blue Box, trainieren hauptsächlich die Jugendmannschaften der Hakro Merlins Crailsheim – von der U 8 bis zum NBBL-Team (U 19). „Es ist für die breite Masse unserer Mannschaften gedacht“, erklärt Lukas Lienert, Marketing-Leiter der Merlins. Auch die Bundesliga-Mannschaft könne aber dorthin ausweichen. „Wir hatten zum Beispiel das Problem, dass unsere Profis in der Hakro-Arena wegen des Schulsports das Training abbrechen mussten“, erklärt Lienert. „Der Bedarf ist seit über 18 Jahren vorhanden. Ich bin froh, dass wir dieses Projekt selber in die Hand nehmen konnten“, sagt Geschäftsführer Martin Romig. Die neue Halle sei aber nur eine Moment­aufnahme, es gelte, eine große Lösung für das Hallenproblem zu finden, so Romig. Die Bundesliga-Spiele der Merlins finden in der Arena Hohenlohe in Ilshofen statt.

Die Blue Box in der Goldbacher Straße wurde vor dem Umbau, der von Juni bis August dauerte, von Eleven Teamsports als Lagerhalle genutzt. Sie ist 850 Quadratmeter groß.

Rund 200 000 Euro haben die Merlins in die Blue Box investiert: Parkett, sechs Korbanlagen, LED-Licht, Umkleiden, Duschmöglichkeiten, Uhren und auch eine Ballmaschine, die den Spielern die Bälle automatisch zurückwirft, wurden angeschafft. jom