Es ist die bislang größte Investition in der 53-jährigen Geschichte der Firma Schubert. Mehr als 30 Millionen Euro investiert der Weltmarktführer im Bereich der digitalen Verpackungsmaschinen in die Erweiterung seines Stammsitzes in Crailsheim. Kein Wunder also, dass Geschäftsführer Peter Gabriel die Investition als „ausdrückliches Bekenntnis zum Standort Crailsheim“ verstanden wissen will.

Beim Spatenstich gab’s denn auch nur strahlende Gesichter. Seniorchef Gerhard Schubert erfreute sich an den vielen Baumaschinen, die schon tätig sind, Baubürgermeister Jörg Steuler freute sich, dass der Wunsch, den Schubert beim Antrittsbesuch des neuen Bürgermeisters geäußert hat, erfüllt werden konnte: Spatenstich in einem Jahr. Freuen kann sich zudem die Bürgerschaft, denn Schubert will mit der Erweiterung 300 neue Arbeitsplätze in der Stadt schaffen. Bislang sind knapp 1000 Menschen in Crailsheim tätig, weltweit sind es rund 1300.

Firma Schubert vergrößert seine Produktionskapazitäten

Seit der Gründung 1966 wächst die Firma kontinuierlich. Bis heute wird die Vorgabe von Gründer Gerhard Schubert umgesetzt: Den Umsatz alle zehn Jahre verdoppeln. Demzufolge muss sich der Umsatz 2029 auf mindestens 400 Millionen Euro belaufen (derzeit sind es schon mehr als 200 Millionen Euro).

Diese Vorgabe ist nur mit größeren Produktionskapazitäten zu erreichen, und deshalb baut der Weltmarktführer eine weitere, 5000 Quadratmeter große Montagehalle und ein zweites, 4400 Quadratmeter großes, vierstöckiges Verwaltungsgebäude. Die neuen Firmengebäude sollen bis zum Sommer 2022 fertig sein. Der Platz für die Neubauten wird durch die Verlegung der Landesstraße 2218 geschaffen. Die rund fünf Millionen Euro teure Straßenverlegung, die bis zum Frühjahr 2020 abgeschlossen sein soll, wird von der Firma Schubert komplett bezahlt.

Unternehmensgründer hatte in den 70er-Jahren zu wenig Fläche reserviert

Es war sicherlich die gute Stimmung beim Spatenstich, die Geschäftsführer Gabriel veranlasste, eine Anekdote aus der Firmengeschichte zu erzählen. Seniorchef Gerhard Schubert empfinde es bis heute als Versäumnis, in den 1970er-Jahren nicht mehr Fläche für seine damals noch junge Firma reserviert zu haben. Damals war Schubert der einzige Betrieb im Industriegebiet „Südost“. 1975, als absehbar war, dass weitere Betriebe ansiedeln wollen, wurde Schubert von Oberbürgermeister Hellmut Zundel gefragt, wie viel Platz man für ihn reservieren soll. Schubert wollte 50 Meter in Richtung Süden, Zundel überzeugte ihn, 90 zu nehmen. Dazu Gabriel mit einem Augenzwinkern in Richtung Seniorchef: „Hätte Herr Schubert damals fünfhundert Meter beansprucht, stünden wir heute nicht hier zum Spatenstich der Verlegung der L 2218.“

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Familienbetrieb und Weltmarktführer


Die Firma Schubert ist Marktführerin für Top-Loading-Verpackungsmaschinen (TLM). Das Familienunternehmen (Gerhard Schubert und sein Sohn Ralf sind geschäftsführende Gesellschafter) setzt bei seinen digitalen, roboterbasierten Verpackungsmaschinen auf ein Zusammenspiel von einfacher Mechanik, intelligenter Steuerungstechnik und hoher Modularität. Die TLM-Maschinen verpacken Produkte jeglicher Art und Branche – von Lebensmitteln, Süßwaren, Getränken, Pharmazeutika und Kosmetik bis hin zu technischen Artikeln – in Trays, Kartons, Schachteln oder in Schlauchbeutel. Namhafte Marken wie Ferrero, Nestlé, Unilever oder Roche sind Kunden von Schubert. Neben dem Stammsitz in Crailsheim und Niederlassungen in Großbritannien und Nordamerika umfasst die Schubert-Gruppe Tochterunternehmen aus den Bereichen IT, Präzisionsteile und Verpackungsservice. Insgesamt werden rund 1300 Menschen beschäftigt.