Vor vier Monaten war der Marktplatz noch gefüllt mit über 400 Schülerinnen und Schülern, die im Rahmen von „Fridays for future“ für den Klimaschutz demonstriert hatten. Am Freitag sah das bei der zweiten Auflage allerdings etwas anders aus, lediglich rund 30 Jugendliche fanden sich zusammen, um ein Zeichen für die Zukunft zu setzen.

„Ich finde es gut, dass sich Jugendliche für den Klimaschutz einsetzen“, so Heinz Herderich, indem sie das schützen wollen, wovon wir mit unserer Generation viel kaputt gemacht haben.“ Der Kreßberger war einer der wenigen vorbeilaufenden Erwachsenen, der sich für die Forderungen der Jugendlichen interessierte.

„Seit drei Jahren verzichte ich vollständig auf Fleisch und auch weitestgehend auf das Auto. Diese Jugendbewegung könnte ein Umdenken der Menschen in Gang setzen“, hofft Herderich. „Jeder kann sein Leben ändern, aber viele sind einfach zu bequem geworden.“ So hofft er auch, dass das Thema Klimawandel nicht auch bei den jungen Leuten schnell wieder in Vergessenheit gerät.

Johannes Steuler, Klimaschutzmanager, bekam bei seiner Rede stellvertretend viel Applaus dafür, was die Stadt Crailsheim bereits jetzt schon alles für den Klimaschutz getan hat und in nächster Zeit noch tun will. Auch in diesem Jahr wird er mit Vorträgen und Aktionen an Crailsheimer Schulen sein. „Wir brauchen engagierte Leute, damit wir beim Klimaschutz vorankommen.“

Konkrete Forderungen

Über die sozialen Medien und Informationen direkt an den Crailsheimer Schulen waren alle Jugendlichen aufgerufen, für „Fridays for future“ auf die Straße zu gehen und konkrete Forderungen öffentlich zu machen. „Seit Beginn der Bewegung hat sich schon einiges getan. Ich denke, das gute Ergebnis der Grünen bei der Europawahl war schon ein erstes Signal“, so Johanna Andrejew, eine der Demo-Organisatorinnen. „Die Demonstrationen sind wichtig, damit das Thema weiter in den Köpfen der Menschen bleibt.“

Bildergalerie Fridays for Future: Schüler machen sich für Klimaschutz stark

Andrejew forderte zudem in ihrer Rede die Verwaltung dazu auf, den ÖNPV auszubauen und die Preise für öffentliche Verkehrsmittel zu senken. „Die Natur ist ein Geschenk, das es zu erhalten gilt. Und jeder kann einen kleinen Beitrag dazu leisten.“ Doch zuallererst gelte es, das eigene Konsumverhalten zu überdenken und möglicherweise auch zu ändern.

„Die junge Generation muss sich dieser Herausforderung stellen und nicht nur mit dem Finger auf die Politik zeigen“, forderte sie mehr Eigeninitiative und Konsumeinschränkung. „Welchen Beitrag kann ich selber leisten? Demonstrieren allein reicht nicht aus. Wir müssen selbst Verantwortung übernehmen.“

Weitere Veranstaltungen

Benedikt Egetemeyer vom Jugendgemeinderat forderte zum Abschluss der Kundgebung auf dem Schweinemarktplatz den kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien. „Weitere Veranstaltungen werden folgen. Wir bleiben dran.“

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