Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hat einen 32-jährigen Mann aus einer Gemeinde im südlichen Altkreis Crailsheim der Beihilfe zum Drogenhandel angeklagt. Er soll von März bis November 2018 in sechs Fällen für einen Bekannten aus dem Kreis Ansbach im Internet Bitcoins beschafft haben; mit der Kryptowährung soll dieser Amphetamine gekauft haben. Der Bekannte, zu dem es keine näheren Angaben gibt und gegen den ein gesondertes Strafverfahren geführt wird, soll im Darknet, dem verborgenen Teil des Internets, die Plattform „Dream Market“ genutzt haben, um mehr als eineinhalb Kilogramm Amphetamine zu erwerben und weiterzuverkaufen. Das Rauschgift wurde per Post versandt, aber von den Drogenfahndern der Kriminalpolizei Ansbach sichergestellt.

Angeklagter räumt ein, Bitcoins beschafft zu haben

In fünf weiteren Fällen wirft Staatsanwalt Tilmann Gauß dem Angeklagten den Kauf von Drogen zum Eigenverbrauch vor. Viermal soll der Mann demnach bei „Dream Market“ („Markt der Träjume“) fünf bis zehn Gramm Marihuana und einmal zwei Gramm Amphetamin bestellt haben. Restmengen dieser Drogen fand die Polizei bei der Durchsuchung der Wohnung des heute arbeitslosen Angeklagten, außerdem zwölf Samenkapseln, von denen die Drogenfahnder sagen, es habe sich um Cannabissamen gehandelt, von denen der Angeklagte dagegen behauptet, es seien Samen für Bonsai-Nadelbäume gewesen.

Dass er seinen Bekannten Bitcoins verschafft hat, räumte der Angeklagte ein. Mal habe er das Geld in bar erhalten, mal habe er es von seinem Bankkonto vorgestreckt. Dabei hab es sich jeweils vom 100 bis 150 Euro, im Höchstfall um 300 Euro gehandelt. Den Bitcoin-Code, mit dem man im Darknet bezahlen kann, habe er per Whatsapp oder Telegram übermittelt. Der Angeklagte betonte jedoch, er habe für diesen Dienst nichts erhalten.

Weitere Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt

Als Zeugen hat das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Uta Herrmann drei Polizeibeamte vernommen, die vor allem von der Wohnungsdurchsuchung bei dem Angeklagten berichteten. Mit einem Urteil ist in diesem Verfahren jedoch nicht so bald zu rechnen. Eine wichtige Zeugin, eine weitere Polizistin,. ist erkrankt und steht in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung. Die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.