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Crailsheim
Crailsheim / Andreas Harthan Beim runden Tisch zur Verlängerung der S-Bahn von Dombühl nach Crailsheim gibt es viel Zuversicht. Die Machbarkeitsstudie, auf der alle weiteren Schritte fußen, soll bis zum Herbst vorliegen.

Natürlich ist es bei diesem Projekt wie bei allen: „Der Teufel steckt im Detail“, wie es Landrat Gerhard Bauer am Montag formulierte. Am Montag fand im Landratsamt in Ansbach ein runder Tisch zu einem Thema statt, das die Politiker im württemberg-bayerischen Grenzraum schon lange bewegt: die Verlängerung der S-Bahn, die bislang von Nürnberg bis nach Dombühl fährt, bis nach Crailsheim. Bauer und sein Amtskollege Dr. Jürgen Ludwig, Landrat im Landkreis Ansbach, unterstrichen die Bedeutung des Vorhabens und betonten, dass sie beide ohne Wenn und Aber hinter dem Projekt stehen.

Egal, ob aus dem Landkreis Schwäbisch Hall oder dem Landkreis Ansbach, egal, ob Landtagsabgeordnete, Bürgermeister, Kreis- oder Gemeinderäte – alle, die sich im Sitzungssaal des Landratsamtes versammelt hatten, bekundeten ihre Unterstützung. Satteldorfs Bürgermeister Kurt Wackler fand die passenden Worte für das Signal, das vom runden Tisch ausgehen soll: „Machen wir ein fränkisches Projekt draus.“

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Binnenverkehr soll bei dem Vorhaben im Vordergrund stehen

Mit dem Rückenwind aus der Politik diesseits und jenseits der Landesgrenze setzen nun die Fachleute in den beiden Bundesländern ihre Arbeit fort. Dirk Domhardt vom Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) ist zuversichtlich, dass die Machbarkeitsstudie, für die sich mehrere Ingenieurbüros interessieren, bis zum Herbst vorliegen kann. Er erläuterte den Teilnehmern des runden Tisches die Aufgaben, die den Experten gestellt werden. Wichtigste Frage sei, mit welchem Betriebskonzept am meisten Fahrgäste gewonnen werden können: Schaut man, dass man die regionalen Verkehrsverflechtungen zwischen Ansbach und Crailsheim möglichst dicht knüpft? Oder sollen die Umstiege ins überregionale Netz in Ansbach und Crailsheim möglichst gut ausfallen? Aus den Wortmeldungen konnte man heraushören, dass die kleinräumigen Verflechtungen im Vordergrund stehen sollen.

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Integrierte Verkehrskonzepte

Crailsheims Bürgermeister Jörg Steuler und der Satteldorfer Schultes Kurt Wackler wiesen auf die vielen Einpendler aus Bayern hin. Die müssten nicht nur bis Crailsheim kommen, sondern dann auch noch bis zu den Betrieben im Stadtgebiet, oder zum Gewerbegebiet an der Autobahn. Bei dieser Gelegenheit bekundete Wackler erneut sein Interesse an einem S-Bahn-Haltepunkt in Ellrichshausen. Verkehrsexperte Domhardt verwies darauf, dass es im Landkreis Ansbach 35.000 Auspendler täglich gibt und bei denen das Ziel Crailsheim an dritter Stelle steht. Für ihn hat die Verlängerung der S-Bahn „auf jeden Fall Potenzial“.

Abgeordnete unterstützen S-Bahn-Verlängerung

Die Landtagsabgeordneten Jutta Niemann (Schwäbisch Hall, Grüne), Stephen Brauer (Crailsheim, FDP), Martin Stümpfig (Feuchtwangen, Grüne) und Andreas Schalk (Ansbach, CSU) unterstrichen in ihren Ausführungen, dass es kein Zurück mehr gibt und sie eine zeitnahe Realisierung der S-Bahn-Verlängerung unterstützen. Was ganz im Sinne des Ex-Abgeordneten Dr. Friedrich Bullinger aus Rot am See ist, der, so Landrat Ludwig, „einer der eifrigsten Grenzgänger“ ist, und der lieber heute als morgen S-Bahnen im Crailsheimer Bahnhof sehen würde.

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