Das wird nicht nur den FDP-Landtagsabgeordneten Stephen Brauer freuen, der zuletzt vor „dramatischen Folgen“ für den Wirtschaftsstandort Crailsheim gewarnt hat: Ab kommenden Dienstag müssen die Beschäftigten in Schlachthöfen regelmäßig auf das Corona-Virus getestet werden, legt eine gemeinsame Verordnung von Wirtschafts- und Sozialministerium fest. Sie tritt am 14. Juli in Kraft. Der Lockdown in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf nach einem Corona-Ausbruch in einem Schlachthof hat auch Politiker in Hohenlohe alarmiert. Neben Brauer hat der Grünen-Kreistagsfraktionsvorsitzende Hans-Joachim Feuchter regelmäßige Tests in Fleischbetrieben gefordert. Die waren zwar in einem Eckpunktepapier von Ministerien in Stuttgart nicht vorgesehen, sind nun aber in der Verordnung festgeschrieben.

Schlachthöfe müssen Gesundheit der Mitarbeiter kontrollieren und Hygienekonzept vorlegen

Nun ist festgeschrieben, dass die Beschäftigten in Schlachthöfen – also auch bei Vion in Crailsheimtäglich auf Erkrankungen kontrolliert werden müssen, und sich zudem zweimal in der Woche einem Corona-Test unterziehen müssen. Die Finanzierung müssen die Schlachthofbetreiber übernehmen. Zudem müssen die Betriebe ein Hygienekonzept vorlegen, das vom Gesundheitsamt geprüft wird. Werden Mängel festgestellt, muss nachgebessert werden. „Das Land geht den richtigen Weg“, begrüßen die Grünen-Abgeordneten Harald Ebner (Bundestag) und Jutta Niemann (Landtag) die Verordnung. Sie schütze sowohl die Beschäftigten in den Schlachthöfen als auch die Menschen, die in der Umgebung der Betriebe wohnen. Doch für Ebner ist das Thema noch nicht durch: „Der Bund muss nun endlich für grundsätzlich bessere Bedingungen in Schlachthöfen sorgen“, fordert er. Und mahnt zudem an, dass der Bund die Praxis der Beschäftigung von Schlachthofarbeitern durch Subunternehmer gesetzlich unterbindet.