Das Brand-Kapitel ist endgültig abgeschlossen. Kristina Groß, die Elternbeiratsvorsitzende, geht durch die neuen Räume auf dem Sauerbrunnen, bewundert den Schlafraum, die kleinen Toiletten, den Wickelraum: Sie kann kaum glauben, was sich seit jener unseligen, bis heute nicht aufgeklärten Brandstiftung entwickelt hat, durch die das Kinderhaus Zipfelmütze in der Friedrich-­Ebert-Straße unbewohnbar, unbenutzbar geworden war.

Am frühen Morgen des 9. März, einem Samstag, hatten Erzieherinnen, Eltern und Betreiber angesichts der rauchenden Trümmer nicht etwa hilflos die Hände gerungen, sondern einen Blitz-Umzug auf den Sauerbrunnen organisiert. „Wir haben alle zusammengeholfen und quasi über Nacht einen Behelfskindergarten eingerichtet“, so Groß.

Crailsheim

Der als Ersatz-Domizil genutzte Container, so erzählt sie, stand bereits in der Brunnenstraße, ganz in der Nähe der für die Natur- und Tierpädagogik eingesetzten Tiere. Die Kinder hatten dort also viele schöne Stunden verbracht, gespielt, gevespert. Dass sie Ziege, Hase und Meerschweinchen sowie die benachbarten Pferde nach dem Brand jeden Tag streicheln konnten, war vor allem Grund zum Jubeln; die Kleinsten hatten ganz klar am wenigsten Probleme mit der Veränderung. Für die Großen war’s nicht ganz so einfach.

Aus Kapazitätsgründen werden im Kinderhaus Zipfelmütze ab sofort nur noch Krippenkinder betreut

Für den Betreiber der Einrichtung, die „swc Bildungs-Förderung gemeinnützige Gesellschaft“, spricht Verwaltungsmitarbeiterin Maria Sajaz von der Arbeit der vergangenen Monate. In Räumen der ebenfalls von der swc betriebenen Freien Akademie Albertus Magnus, die aufgrund zu geringer Schülerzahlen 2016 vorläufig geschlossen wurde, ist auf 150 Quadratmetern das neue Kinderhaus entstanden. Investiert wurden Sajaz zufolge rund 100.000 Euro.

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Am vergangenen Freitag wurde der Umzug vom Container in die neuen Räume organisiert, am Montag dann zum Einweihungsfest eingeladen. Die Großen sahen zum ersten Mal, wo die Kleinen künftig ihre Tage verbringen werden. Größte Veränderung: In den neuen Räumen werden aus Kapazitätsgründen nur noch Kinder im Alter bis zu drei Jahren betreut; der Kindergartenbetrieb wurde eingestellt. Maria Sajaz erklärt, dass das Kinderhaus früher die doppelte Fläche genutzt hat: „In der bisherigen Einrichtung waren es rund 300 Quadratmeter.“ Der Abschied von den größeren Kindern heißt auch, dass es in der Kinderkrippe derzeit freie Plätze gibt. Fünf Mitarbeiterinnen und zwei Praktikantinnen kümmern sich unter der Leitung von Elvira Marshall um acht Kinder. Wie am alten Standort nehmen Sprachförderung, musikalische Früherziehung, Bewegungstraining, Natur- und Tierpädagogik großen Raum ein.