Ein junger Radfahrer ist der Erste, dann kommt Wolfgang Opel im Elektrorollstuhl, der der Stadtverwaltung ein Kompliment ausspricht: „Fein habt ihr das gemacht.“ Wenig später ist bereits ein Dutzend Fußgänger auf dem Bleichesteg, und es ist, als wäre er nie gesperrt gewesen.
Dabei hat sich so viel verändert. Die Jagst ist erlebbarer geworden durch den filigranen Aufbau, der dem der Nachbarbrücke gleicht und der das Gewicht des Bleichestegs um rund 20 Prozent reduziert hat. „Das ist jetzt der große Bruder des Herrenstegs“, erklären Gerhard Schacht und Wolfgang Rieder vom Fachbereich Planen und Bauen, die den von Grund auf sanierten Steg gemeinsam mit Baubürgermeister Jörg Steuler nach rund sechs Monaten Bauzeit wieder öffnen.
Adenauerbrücke Ulm und Neu-Ulm Was für einen achtspurigen Ausbau spricht

Ulm

Die geschätzten Baukosten in Höhe von 923.000 Euro haben sich um rund 100.000 Euro erhöht. Das ist die schlechte Nachricht, die Fachbereichsleiter Schacht mitgebracht hat. Er lächelt und relativiert: „Die gute Nachricht ist, dass wir auch 100.000 Euro mehr an Zuschüssen erhalten.“ Der Anteil der Stadt beläuft sich nach wie vor auf rund 600.000 Euro. Zunächst war von deutlich weniger Geld und Bauzeit ausgegangen worden, doch bereits zu Beginn der Planung hatte sich erheblicher Mehraufwand für die Instandsetzung der Widerlager und der Holzleimträger abgezeichnet. Dass sich durch coronabedingte Lieferengpässe die Fertigstellung verzögern würde, war ebenfalls abzusehen.