Der Baubetriebshof hat testweise bis Ende des Jahres einen Ford Transit Hybrid angeschafft. Der erste elektrische Transporter soll vor allem als Schnelleinsatzfahrzeug genutzt werden und konnte in seinen ersten Tagen laut Pressemitteilung durchaus überzeugen.

Abends an die Steckdose

Das Fahrzeug ist nahezu lautlos unterwegs und fällt mit seinen gelben Rundumkennleuchten dennoch auf. Der Mild-Hybrid kann bis zu 50 Kilometer voll­elektrisch zurücklegen, ohne dass sein Benzinmotor gestartet wird. Abends wird der Transporter an eine einfache Steckdose angeschlossen und ist am nächsten Morgen wieder voll einsatzbereit. Der 1,0-Liter-Eco-Boost-Benzinmotor schaltet sich mit seinen 126 PS nur auf Wunsch oder bei besonderer Belastung zu. Somit ist ein kombinierter Verbrauch von 3,1 Liter Benzin auf 100 Kilometer möglich.
Vor allem die Vorarbeiter sollen das Fahrzeug nutzen, so der Wunsch von Baubetriebshofleiter Johannes Köder: „Der Transporter ist mit Ölwarnschildern, Bindemitteln sowie Absicherungsmaterial ausgestattet und soll als Schnelleinsatzfahrzeug zur Absicherung von Gefahrenstellen dienen.“ Gibt es im Stadtgebiet eine Ölspur, setzt sich beispielsweise Jürgen Butz ans Lenkrad und fährt zum Ort des Geschehens. „Er kann dort die Lage überblicken und entscheiden, welches Material wir benötigen. Mit seinen hellen Warnleuchten dient der Ford zugleich als Absicherung, bis die Kollegen mit dem notwendigen Material da sind.“

Kreis Hall

Seit einer Woche ist der Ford Transit nun schon im Einsatz – ohne dass der Benzinmotor einmal gelaufen ist. „Die 50 Kilometer Reichweite reichen für einen Tag problemlos aus“, stellt Butz fest. Köder und Butz sind froh, den ersten Mild-Hybrid-Transporter in seiner Fahrzeugklasse und damit auch ein Stück Zukunft testen zu können. „Das Problem mit den hochmodernen Dieselmaschinen ist, dass sie bei Einsatzzwecken ausschließlich in der Stadt irgendwann verstopfen und dadurch deutlich mehr Schadstoffe ausstoßen“, erklärt Köder. Damit ein Diesel-Aggregat seine Vorteile voll ausschöpfen könnte, müsste es längere Wegstrecken am Stück zurücklegen, was beim Crailsheimer Baubetriebshof aber nur selten vorkommt.

Bald eigener Strom

„Wenn wir unsere geplante Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Baubetriebshofes installiert haben, erzeugen wir unseren eigenen Strom und bewegen uns dann wirklich emissionsneutral und umweltfreundlich fort“, erläutert Köder. Bis zum Jahresende soll der Transporter nun auf Herz und Nieren geprüft werden. Dann wird überlegt, ob er auch in der Zukunft eine tragende Rolle im Fuhrpark des Baubetriebshofes übernehmen könnte, so die Stadtverwaltung.