Ein heute 88-jähriger Buchhändler und sein inzwischen 52-jähriger Sohn waren die Chefs der Robert Baier Buchhandlung GmbH Co. KG, die seit dem Januar 2016 aufgelöst ist. Vorausgegangen war ein Insolvenzverfahren, das im Oktober 2015 durch den Antrag einer Betriebskrankenkasse in Gang gekommen war.

Den beiden Geschäftsführern des Traditionsunternehmens wirft die Staatsanwaltschaft Ellwangen unter anderem Insolvenzverschleppung vor. Sie sollen demnach einen Insolvenzantrag verspätet gestellt haben, obwohl ihre Firma zahlungs­unfähig oder überschuldet war.

Zu den 186 einzelnen Straftaten, die den Angeklagten zur Last gelegt werden, gehört Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen, durch die ein Schaden von 9000 Euro entstanden sein soll. Eine Angestellte sollen die Angeklagten um 3000 Euro betrogen haben, einen Lieferanten um 7000 Euro. Dazu kommt der Vorwurf des Bankrotts: 106.000 Euro sollen als Privatentnahme dem Firmenvermögen entzogen worden sein. Zu den Anklagepunkten gehören schließlich auch Verstöße gegen die Buchführungspflicht.

Der Prozess vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Crailsheim beginnt am kommenden Dienstag, 24. September, um 9 Uhr und ist bis zum 28. November auf 19 Verhandlungstage angesetzt. Vorsitzende Uta Herrmann hat bis jetzt 35 Zeugen geladen.

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Berlin

Drei Jahre Haft für verspäteten Antrag


Die Insolvenzverschleppung ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bedroht. Sie liegt dann vor, wenn der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung nicht, nicht rechtzeitig oder nicht richtig gestellt wird. Für Bankrotthandlungen sieht das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor, ebenso für Betrug. erz