Die Flügelau-Apotheke war der Ort, der die Kindheit von Ariane Hinrichs geprägt hat. Der Arbeitsplatz der Mutter in Altenmünster war der Platz, wo sie eine Vorstellung davon entwickelte, wie ihre eigene berufliche Zukunft aussehen sollte. Dort lebte ihr die Mutter auch vor, dass es möglich ist, die Leidenschaft für den Beruf, Selbstständigkeit und Familie unter einen Hut zu bringen. „Die Apotheke war früher mein Wohnzimmer, wie Wimbledon das Wohnzimmer von Boris Becker war“, scherzt die 46-Jährige über ihre Kindheit in der Apotheke, wo sie den PTAs im Labor über die Schulter schaute, die Kundschaft kennenlernte und auch selbst Hand anlegen durfte.

„So wie andere Kinder mit der Mutter backen, durfte ich helfen beim Herstellen von Zäpfchen oder beim Stempeln und Verpacken von Medikamenten“, blickt sie zurück. Durch das Vorbild von Mutter und älterer Schwester war Ariane Hinrichs aber auch bewusst, dass der Weg zur approbierten Apothekerin kein einfacher ist, weshalb sie sich nach dem Abitur dazu entschied, erst einmal eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin (PTA) zu machen. Drei Jahre dauerte die Ausbildung, in denen sie die praktische Seite der Apothekentätigkeit von der Pike auf lernte. „Das Handwerkliche lernt man im Pharmaziestudium fast gar nicht, und mir war nur die Theorie zu wenig.“

Hinrichs hat ihren Einstieg in der Altenmünster Apotheke nie bereut

„Die Ausbildung hat mir Sicherheit gegeben“, erklärt sie den Schritt. Ein weiterer Grund lag in ihren Ambitionen, in die Fußstapfen der Mutter zu treten. „Ich wollte auch wissen, was ich von meinen Mitarbeitern später einmal erwarten kann“, sagt sie. Während die Ausbildung in Ellwangen stattfand, musste sie zum Studium fort von Crailsheim nach Marburg. Als „brutal“ beschreibt sie das Studium dort. Dennoch hielt sie durch und stieg nach ihrem Staatsexamen in die Apotheke in Altenmünster ein – ein Schritt übrigens, den sie geplant und nie bereut hat. „Für mich war immer klar, dass ich Pharmazie studiere, um die Apotheke zu übernehmen. Ich bin einfach Crailsheimerin mit Leib und Seele“, betont sie.

Inzwischen, ihre Mutter ist mittlerweile fast 80 Jahre alt, ist Ariane Hinrichs die Chefin im Betrieb und hat sich im Lauf der Jahre seit ihrem Studium das Leben aufgebaut, das sie sich immer vorgestellt hat. „Meine Mutter hat mir immer ein sehr emanzipiertes Frauenbild vorgelebt“, sagt sie über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Als verheiratete Frau mit zwei Kindern macht sie keinen Hehl daraus, dass auch sie manchmal einen Spagat vollführen muss, um alles unter einen Hut zu bringen.

Bietigheim-Bissingen

Dennoch ist sie zufrieden. Das hat auch damit zu tun, dass die Hinrichs in Crailsheim auch als Familie einen Platz gefunden haben, den sie immer noch als Heimat empfinden. „Crailsheim, das ist für mich das Freibad als Kind im Sommer, das Volksfest und die Menschen“, zählt sie auf. Die Apotheke kommt in dieser Aufzählung tatsächlich zuletzt. Die Apothekerin sieht viel Potenzial in ihrer Heimatstadt, das sich lohnt, ausgeschöpft zu werden. Seit einiger Zeit ist Ariane Hinrichs deshalb im erweiterten Vorstand des Stadtmarketing-Vereins. Im Arbeitskreis Beleuchtung und Parken setzt sie sich im weitesten Sinne für die Belebung der City ein. „Ich bin ein Mensch, der auch das Übergeordnete sieht, weshalb ich mich für die Belebung der Innenstadt einsetze, auch wenn ich mir damit als Geschäftsfrau quasi selbst Konkurrenz schaffe“, sagt sie zu ihren Motiven, Crailsheim vorwärts und sich selber einzubringen.

„Crailsheim ist ein toller Standort“

Genau deshalb ist sie auch Fan der Landesgartenschau-Bewerbung. „Die Entwicklung der Stadt in den nächsten zehn Jahren wird prägend sein, und den Weg für die Zukunft vorgeben“, ist sie sich sicher. Immer wieder kommt sie ins Schwärmen von den schönen Plätzen, die es in ihrer Heimatstadt zu finden gibt, während sie sich gleichzeitig immer wieder wundert, wie viele Crailsheimer diese positive Einstellung zu ihrer Stadt nicht teilen. „Crailsheim ist ein toller Standort, man muss nur mit offenen Augen durch die Stadt gehen“, betont sie entschieden. Am besten gefällt ihr übrigens der Blick von der Villa auf die Stadt. Sie sagt: „Von dort oben sieht man im Ganzen, wie schön Crailsheim ist.“

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