Wenn es beim Standort Maulachaue für das neue Crailsheimer Hallenbad bleiben sollte, lässt sich dieses Vorhaben nicht so leicht umsetzen. Das geht aus einem Schreiben von Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer an den Gemeinderat hervor. Anlass des Schreibens sind Fragen der SPD-Fraktion zum Thema Hallenbadstandort. Selbst wenn sich beim Bürgerentscheid am 14. Juli keine Mehrheit für einen Standort in der Stadt ergibt, heißt das nicht, dass der vom Gemeinderat beschlossene Standort beim Freibad umgehend realisiert werden kann.

Geplanter Hallenbad-Standort muss untersucht werden

Um in der Maulachaue bauen zu können, muss höchstwahrscheinlich ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren durchgeführt werden. Bislang ist ein Hallenbad neben dem Freibad nicht denkbar, weil sich dort ein regionaler Grünzug befindet.

Selbst wenn das Regierungspräsidium auf ein förmliches Verfahren verzichten und eine Ausnahme erteilen würde (wie etwa für den Bau der Sauna Parc Vital), „muss die Stadt per Untersuchung nachweisen, dass die besondere Eignung des Standortes vorliegt und auf Grundlage dieser ,Eignungsparameter’ ein anderweitiger Standort im Stadtgebiet nicht möglich ist“, heißt es in dem Schreiben von Grimmer an die Stadträte. Allerdings, so eine Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung für die Stadträte vom November 2018, sei ein „sehr aufwendiges“ Zielabweichungsverfahren „wahrscheinlich“. Auch deshalb, so die Verwaltung, ist die Umsetzung des Vorhabens beim Freibad „innerhalb von drei Jahren nicht möglich“.

Es gibt Alternativflächen

Da, wie der Oberbürgermeister schreibt, auch im Falle einer für die Maulachaue erteilten Ausnahmegenehmigung nachgewiesen werden muss, dass ein anderweitiger Standort im Stadtgebiet nicht möglich ist, wundern sich nun SPD-Stadträte über die Aussage von Grimmer, dass auch weiterhin nicht vorgesehen ist, „potenzielle Alternativflächen aufzuzeigen“. Und das, obwohl das Rathaus bestätigt, dass eben diese Flächen „im Bereich der Kernstadt vorhanden sind“.

Abwärme soll genutzt werden

In den vergangenen Wochen haben die Stadtwerke immer wieder auf den energetischen Vorteil des Standorts in der Maulachaue hingewiesen. In seinem Schreiben verweist Grimmer, der Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, auf ein Wärmeversorgungskonzept. Dieses ermögliche die Nutzung von industrieller Abwärme aus dem benachbarten Industriegebiet. Laut Grimmer geht es um 1,4 Millionen Kilowattstunden. Dazu kämen noch 500.000 Kilowattstunden aus einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage der Stadtwerke. Das Konzept sei „der Grundstein für einen perspektivischen Ausbau der Abwärmenutzung“ in der Stadt, und leiste damit einen Beitrag zur Energiewende in Crailsheim.

Schülerbeförderung wird teurer

Ein Hallenbad in der Maulachaue würde die Schülerbeförderungskosten ansteigen lassen – nach Berechnungen der Verwaltung von 38.000 auf 62.000 Euro im Jahr. Derzeit können die Schülerinnen und Schüler der großen Schulen Realschule am Karlsberg, Albert-Schweitzer-Gymnasium und Leonhard-Sachs-Schule das Hallenbad zu Fuß erreichen. Bei einem Standort Maulachaue müssten alle Schülerinnen und Schüler mit dem Bus transportiert werden. Schon vor Monaten hatten sich fast alle Schulleiter/innen für einen Standort in der Stadt ausgesprochen, wie übrigens auch die Bürgerinitiative, die den Bürgerentscheid am 14. Juli initiiert hat.

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