„Ein absolutes Fehlverhalten“: So beschreibt uns ein verärgerter Leser aus Bayern das, was er diese Woche beim Besuch des Marktes in Crailsheim beobachtet hat. „Obst- und Gemüsestand verkaufen ohne Schutzmaske Ware.“ Dazu hat er uns ein paar Fotos geschickt, die seine Beobachtung bestätigen: zwei Verkäufer ohne Maske, ein Kunde mit Maske. Dass es Markthändler in Crailsheim gibt, die ihre Waren ohne Schutzmaske verkaufen, ist indes nicht wirklich neu - und es ist auch kein Fehlverhalten.
Denn was manche nicht wissen: Innerhalb der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg sind Wochenmärkte von der Maskenpflicht ausgenommen. Die Begründung: da diese im Freien und somit „nicht in Verkaufsräumen von Ladengeschäften stattfinden.“ In Bayern, von wo uns unser Leser geschrieben hat, ist dies mittlerweile anders. Am 11. Mai wurde die dortige Verordnung angepasst und eine generelle Maskenpflicht für Kunden und Verkäufer auf Märkten eingeführt. Davor war es wie in Baden-Württemberg den Kommunen überlassen, ein Maskengebot auf Märkten zu erlassen.

Landkreis Schwäbisch Hall

OB Grimmer hat auf Facebook Stellung zur Maskenpflicht auf Wochenmärkten genommen

Unsicherheiten über die vielen Details und Häufigkeiten in der Corona-Verordnung sind allerdings auch in diesem Zusammenhang nicht neu. Schon kurz vor der Einführung der Maskenpflicht in einigen Bereichen des öffentlichen Lebens richteten Bürger auf Facebook diesbezüglich fragende Worte an Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer. Dieser hatte sich nämlich auf dem Wochenmarkt mit Maske fotografieren lassen - zusammen mit einer Verkäuferin ohne Maske.
„Das Argument, dass Wochenmärkte nicht in Verkaufsräumen stattfinden, wird nicht jeden überzeugen“, antwortete Grimmer in Bezug auf die Corona-Verordnung. Allerdings habe sich der Koordinierungsstab der Stadtverwaltung gegen ein eigenes Maskengebot entschieden, um zu einem möglichst einheitlichen Regelwerk in Baden-Württemberg beizutragen. „Ansonsten entsteht ein Durcheinander an Regelungen, das kaum ein Bürger mehr überblicken kann“, so Grimmer. Nichtsdestotrotz spricht sich der OB dafür aus, sein Verhalten auf Märkten auch ohne offizielle Vorschrift zu ändern: „Ich werbe dafür, auch auf dem Wochenmarkt eine Maske zu tragen, weil der vorgegebene Mindestabstand sich gegebenenfalls eben nicht verlässlich einhalten lässt.“