Natürlich freuen wir uns“, sagt Sabine Hammel („Sabines Haartrend“, Ilshofen), Obermeisterin der Friseure im Landkreis Schwäbisch Hall. „Wir machen die Kunden doch gerne schön. Das ist gut für die Seele.“

Sechs Wochen ging das nun nicht, denn selbst als die Läden nach dem Lockdown öffnen durften, blieben die Friseure zu. Der Grund: Abstand halten ist bei ihnen nicht komplett möglich. Doch nun dürfen die Salons wieder öffnen – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen (siehe Inforubrik).

Im Friseursalon Schroth in Crailsheim erklären die beiden Geschäftsführerinnen Kathrin Schroth und Annegret Schmidt ihren Mitarbeiterinnen während des HT-Besuchs gerade die Feinheiten: „Wir setzen die Kunden so, dass der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann“, sagt Kathrin Schroth. „Sie sollen sich ja sicher fühlen.“

Abstandsregeln sind bei Sarah Waber („Hairstyle by Sarah“, Rot am See) kein Problem. „Ich bin allein im Salon, das ist in dieser Beziehung ein Vorteil.“ Für sie war die Zeit „schrecklich“, in der keine Kunden kamen. „Ich liebe mein Geschäft. Es ist mein ein und alles.“ Das oder Ähnliches sagen alle ihre Kollegen. Sarah Waber: „Ich freue mich auf meine Kunden. Ich habe allerdings viel Puffer zwischen den Terminen eingeplant, damit ich alles ordentlich desinfizieren kann.“

Manche Friseursalons schaffen es vielleicht auch mit finanziellen Hilfen nicht

In Sachen Sicherheit geht Christine Gallasch („Salon Hair Sat“, Satteldorf) einen anderen Weg. Sie hat eine ehemalige Mitarbeiterin, die gerade in der Gastronomie (nicht) arbeitet, gebeten, wieder in den Salon zu kommen, „sozusagen als Sicherheitsbeauftragte. Sie wird sich nun um das Desinfizieren kümmern.“ Vor sechs Wochen, als die Friseure schließen mussten, hatte Christine Gallasch 250 Kunden angerufen, um die Termine abzusagen. „Die habe ich jetzt alle wieder angerufen. Ich weiß nun, was eine Telefonistin leistet“, sagt sie augenzwinkernd. Ihre Kunden freuten sich, endlich wieder in den Salon kommen zu können – in den nächsten Tagen sind deshalb die Termine bei „Hair Sat“ und in den anderen Salons meist schon vergeben.

Auch die Mitarbeiter freuen sich, wieder zu arbeiten. Kurzarbeit habe es bei „Hair Sat“ nicht gegeben, erklärt Christine Gallasch. „Wir werden das über das Arbeitszeitskonto regeln“.

So relativ problemlos gingen die sechs Wochen allerdings nicht an allen Salons vorüber, weiß Innungsmeisterin Sabine Hammel. „Ich weiß von einigen, die es auch mit der finanziellen Hilfe vielleicht nicht schaffen“, sagt sie und denkt an die Salons, die die Hilfe gleich gar nicht beantragen konnten. „Neu eröffnete Salons haben keinen Anspruch. Und wenn Mieten gestundet wurden, müssen sie dann doch irgendwann bezahlt werden.“

Verlängerte Öffnungszeiten

Mit verlängerten Öffnungszeiten wollen die Friseure nun die aufgeschobenen Haarschnitte so schnell wie möglich abarbeiten. Dass der „heilige“ Montag dabei ein Arbeitstag wird, ist nicht schlimm. Annegret Schmidt (Salon Schroth): „Jetzt war der Salon sechs Wochen lang zu. Jetzt wollen wir auch mal wieder schaffen.“

Sicherheitsvorkehrungen im Überblick


Die „Haare schön“ gibt es nach sechs Wochen Lockdown nur unter diesen Bedingungen:

Termine: keine Laufkundschaft, Terminvergabe nur telefonisch oder elektronisch

Im Salon: Zwischen Stühlen und Friseuren ist ein Sicherheitsabstand nötig. Nach jedem Kunden muss alles desinfiziert werden. Bewirtung und das Bereitstellen von Zeitschriften sollten unterbleiben.

Dienstleistung: Nur Haare schneiden und färben. Trockenschnitt und „gesichtsnahe Behandlungen“ wie Wimpern färben oder Bartpflege gehen nicht. Föhnen sollte möglichst unterlassen werden.

Friseure: tragen medizinischen Mundschutz, halten Abstandsregeln ein, vermeiden unnötige Gespräche mit den Kunden.

Kunden: keine Begleitung (Ausnahme: Personen, die auf Begleitung angewiesen sind), Mund-Nasen-Bedeckung (Community-Maske reicht) muss jederzeit getragen werden. Hände müssen beim Betreten des Salons desinfiziert werden.