Die Hausärzte arbeiten bis zur Erschöpfung, haben bis kürzlich alle Corona-Abstriche in ihren Praxen oder bei Hausbesuchen genommen. Doch mittlerweile ist die Zahl der erforderlichen Proben so angestiegen, dass das Verfahren geändert werden muss. Ab Donnerstag, 19. März, sind zwei Corona-Testzentren im Landkreis im Betrieb (18.30 bis 19.30 Uhr). Eines befindet sich in Crailsheim im Gewerbegebiet in Altenmünster in der früheren EDT-Halle, das andere auf dem Gelände der Straßenmeisterei in der Gemeinde Michelfeld.

Ähnliches Verfahren wie bei Fast-Food-Ketten

Was geschieht in den Drive-in-Zentren? Viele kennen das Verfahren von Fast-Food-Ketten: Man fährt im Auto vor, bleibt sitzen und lässt sich „bedienen“. Heißt konkret, dass Ärzte in Schutzkleidung an das Auto herantreten und durch das geöffnete Fenster den Abstrich vornehmen. Aber aufgepasst: Vorfahren darf nur, wer dazu berechtigt ist. Es werden also nicht alle „bedient“, die gerne einen Corona-Test hätten, sondern nur diejenigen, die eine ärztliche Überweisung dabei haben – und auch das für den Test erforderliche Röhrchen, beschriftet mit den Patientendaten. Zudem muss der Personalausweis vorgezeigt werden. „Nur dann wird der Abstrich vorgenommen“, betont das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Überweisungen gibt es nur in bestimmten Fällen

Es bleibt dabei, dass Ärzte nur bei einem begründeten Verdacht Überweisungen ausstellen. Es geht also nur um Menschen mit schweren Krankheitssymptomen der Atemwege und direktem Kontakt zu einem bestätigten Corona-Erkrankten innerhalb der letzten 14 Tage. Dasselbe gilt für Menschen mit Krankheitssymptomen, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Risikogebiete legt das Robert-Koch-Institut fest[Link auf http://www.rki.de/covid-19-risikogebiete].

Rathaus Crailsheim ab Montag komplett im Schichtbetrieb

Nochmals verschärft hat die Crailsheimer Stadtverwaltung ihrer Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit. Das gesamte Rathaus wechselt ab Montag in den Schichtbetrieb, beziehungsweise ins Home-Office. Für die Bürgerschaft hat das keine Auswirkungen, betont die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Es bleibe gewährleistet, dass während der regulären Öffnungszeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter telefonisch zu erreichen sind. Es könne jedoch aufgrund der zahlreichen Anrufe zu längeren Wartezeiten kommen.

Hochzeiten finden weiterhin statt

Veranstaltungen und Versammlungen in der Stadt sind grundsätzlich, egal in welcher Form oder Größe, bis zum 15. Juni untersagt. Davon betroffen ist auch die Gemeinderatssitzung, die heute Abend stattfinden sollte. Ein kleiner Lichtblick in Zeiten von sich überschlagenden Absagen: Standesamtliche Hochzeiten finden weiterhin statt. Allerdings müssen strenge Regelungen eingehalten werden – etwa, dass nur der engste Familienkreis teilnehmen darf. Übrigens: Die gleichen Vorgaben gelten für Beerdigungen. Alle Spiel-, Bolz- und Sportplätze sind inzwischen gesperrt.

Schwäbisch Hall