Ellwangen Containerdorf bleibt nun doch stehen

Die Wohncontainer für Asylbewerber in der Haller Straße bleiben nun doch noch längere Zeit stehen.
Die Wohncontainer für Asylbewerber in der Haller Straße bleiben nun doch noch längere Zeit stehen. © Foto: Franz Rathgeb
Ellwangen / Fred Ohnewald 14.06.2018
Ein Versprechen von Landrat Klaus Pavel kann nicht gehalten werden.

„Die Wohncontainer für Flüchtlinge in der Haller Straße werden noch dieses Jahr abgebaut“. Das hatte Landrat Klaus Pavel bei der Bürgerinformation zum Thema LEA am 13. April in Ellwangen verkündet. Es wird nicht daran gelegen haben, dass es ein Freitag, der 13., war, dass der Landkreis jetzt zurückrudern muss. Die Container bleiben, zumindest auf absehbare Zeit, nun doch stehen.

Der stellvertretende Pressesprecher des Landrats, Ralf Wagenknecht, bestätigte die Nachricht. „Die Entscheidungsgrundlage hat sich geändert“, hatte das Landratsamt verlauten lassen. Und das hat die Gerüchteküche dann gleich ordentlich brodeln lassen. Über die Gründe wurde wild spekuliert.

Wagenknecht weist allerdings jede Vermutung zurück, der Rück­zieher hänge damit zusammen, dass sich Ellwangen womöglich gegen einen Fortbestand der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) über Frühling 2020 hinaus entscheiden könnte. „Das hängt mit der LEA-Frage überhaupt nicht zusammen“, wehrt er ab. Die Pressesprecherin des Landkreises, Susanne Dietterle, die jetzt im Urlaub ist, war am Wochenende noch sinngemäß so zitiert worden, als habe ein mögliches Ende der LEA in Ellwangen Einfluss auf den Fortbestand des Containerdorfs an der Haller Straße. Das nennt Wagenknecht aber eine Fehlinterpretation.

Flüchtlingszahlen rückläufig

Fakt ist, dass die Zahl der Flüchtlinge, die im Land untergebracht werden müssen, rückläufig ist. 2016 verfügte der Ostalbkreis noch über 72 angemietete und kreiseigene Gemeinschaftsunterkünfte mit zusammen 1239 Plätzen für Flüchtlinge. Nachdem die Zahl der Asylbewerber abnahm, wurden diese Kapazitäten abgebaut, 2017 waren es noch 41 Unterkünfte, Ende des Jahres 2018 sollen es nur noch 16 sein.

Im Zuge des Abbaus hätte wohl auch das Containerdorf an der Haller Straße wegfallen sollen. Warum ausgerechnet in Ellwangen nun doch kein Abbau erfolgt, vermochte Wagenknecht nicht zu sagen; „wegen der Menschen“, die dort leben, müsse man eben „eine optimale Lösung finden“, meinte er eher vage.

Diesen Grund konkretisierte der Ellwanger Bürgermeister Volker Grab. In den Containern leben zurzeit noch etwa 30 Menschen, von denen viele in Ellwangen und Umgebung bereits Arbeit gefunden haben oder in Ausbildung stehen. Im Gegensatz zu den in der LEA untergebrachten Flüchtlingen, die nach dem amtlichen Prozedere in andere Landkreise und Kommunen verteilt werden, sind die Personen in der Haller Straße „vorläufig untergebracht“ oder in „Anschlussunterbringung“. Sprich: Sie sind längerfristig hier und deshalb in der Integrationsphase. Diese Leute, mit Job oder Lehrstelle, kann man nicht einfach an einen anderen Ort versetzen. Bevor die Container abgebaut werden können müsste also Ersatzwohnraum her.

Info

Das Containerdorf an der Haller Straße wurde Anfang 2014, vor Einrichtung der LEA, in Betrieb genommen.

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