Warnstreik Constellianer streiken für mehr Geld und gegen Austritt

Warnstreik bei der Firma Constellium in Crailsheim: Rund 60 Mitarbeiter nehmen an der Kundgebung teil.
Warnstreik bei der Firma Constellium in Crailsheim: Rund 60 Mitarbeiter nehmen an der Kundgebung teil. © Foto: Johannes Ihle
Johannes Ihle 12.01.2018
Die Möglichkeit, die wöchentliche Arbeitszeit zu reduzieren, steht ebenfalls auf der Agenda.

Vor der dritten Verhandlungsrunde, die am gestrigen Nachmittag in Böblingen stattfand, haben rund 60 Mitarbeiter der Firma Constellium gestreikt. Dieses Mal geht es der IG Metall nicht nur um eine Lohnerhöhung von sechs Prozent, sondern auch um einen individuellen Anspruch auf Arbeitszeitreduzierung.

Das heißt: Vollzeitbeschäftigte sollen die Möglichkeit erhalten, ohne eine Begründung für maximal zwei Jahre ihre wöchentliche Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden zu reduzieren. Anschließend soll die Rückkehr zum alten Zustand gewährleistet sein. „Das wäre der Einstieg für mehr selbstbestimmte Arbeitszeit“, sagt Alfons Kuhnhäuser, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Schwäbisch Hall, bei der Kundgebung vor dem Werkstor. Neben dem Warnstreik gestern ist für Mittwoch, 24. Januar, ein großer Demo-Zug mit allen IG-Metallern in Crailsheim geplant, zu dem Kuhnhäuser rund 700 Mitglieder erwartet. Um 11 Uhr machen sich die Anhänger von den Firmen Bosch und Voith aus auf zum Schweinemarktplatz.

Die IG Metall und die Mitarbeiter der Firma Costellium haben aber noch ein weiteres Anliegen. Der Betrieb möchte, wie bereits schon vor zwei Jahren, aus dem Arbeitgeberverband Südwestmetall austreten. Zwar würden die bisherigen Tarifverträge für die Mitarbeiter weiter gelten, doch von neuen hätten sie nichts. Noch ist nichts fix. Deshalb wollen die Mitarbeiter und die Gewerkschaft kämpfen. „Sollte der Austritt bis zum 24. Januar feststehen, dann kommen wir mit 700 Leuten vom Schweinemarkt hierher“, gibt sich Uwe Bauer, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, kämpferisch. Sollte das keine Wirkung zeigen, „wird es weitere Streiks geben.“