Wahlen CDU-Stadtrat zum dritten Mal Stimmenkönig – Lena sorgt für Erdrutsch in Langenburg

Crailsheim / AH, ERZ, HAZ, ELS 27.05.2014
Die CDU bleibt stärkste politische Kraft in Crailsheim. Dazu trägt ganz maßgeblich Stimmenkönig Helmut W. Rüeck bei. Andere Stimmenkönige verloren ihre Kronen - etwa der Langenburger Fürst.

Als Montagnachmittag das Crailsheimer Ergebnis endlich feststand, erlebten die wenigen Bürger, die sich im Foyer der Karlsberghalle versammelt hatten, einen sich aufrichtig freuenden CDU-Stadtrat Helmut W. Rüeck. Mit rund 7850 Stimmen wurde er zum dritten Mal Stimmenkönig in Crailsheim. Und das in Folge, "also ein lupenreiner Hattrick", wie er stolz verkündete. Mit seinem Erfolg hat er wesentlich zum guten Ergebnis der CDU beigetragen, die wieder die 40-Prozent-Marke überschritten hat und mit 17 Sitzen stärkste Fraktion im Stadtparlament bleibt.
 

 

Wie sehr die Gemeinderatswahl eine Persönlichkeitswahl ist, sieht man auch bei den Grünen. Die ziehen auf Anhieb mit fünf Sitzen ins Gremium ein - angeführt vom ehemaligen UGL-Fraktionsvorsitzenden Wilfried Kraft, der fast 2400 Stimmen mehr erhielt als 2009 und jetzt mit fast 5450 Stimmen das drittbeste Ergebnis in Crailsheim erzielt hat. Zwischen ihm und Rüeck liegt nur die SPD-Stadträtin Helga Hartleitner, die mit mehr als 6500 Stimmen das mit Abstand beste SPD-Ergebnis aufweisen kann. Hat das Auswirkungen auf den künftigen Fraktionsvorsitz? Der bisherige Vorsitzende Gernot Mitsch liegt mehr als 2000 Stimmen hinter ihr.

Das Brüderduell in Crailsheim gewann Michael Klunker klar für sich. Er holte bei den Grünen 1000 Stimmen mehr als sein jüngerer Bruder Sebastian bei der AWV. Beide dürfen ihr Mandat und somit das politische Erbe ihres 2011 verstorbenen Vaters Rolf antreten. Er gehörte zu den dienstältesten und beliebtesten Crailsheimer Stadträten.

In Langenburg hat es einen regelrechten Erdrutsch gegeben. Die Liste "Lebensqualität und Natur" (Lena), in der sich unter anderem Gegner des geplanten Windparks im Brüchlinger Wald zusammengeschlossen haben, hat mit 24,7 Prozent der Stimmen auf Anhieb vier Sitze errungen. Einen kräftigen Denkzettel haben die Wähler dagegen Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg verpasst, der den Windpark mit der ENBW plant. Auf ihn entfielen nur noch 738 nach zuletzt 1106 Stimmen; damit büßte er seine Position als Stimmenkönig ein.

 

In Kirchberg sind die Aktiven Bürger der klare Sieger der Gemeinderatswahl. Mit 40,8 Prozent sind sie jetzt die stärkste Fraktion. Die Zahl ihrer Mandate haben sie von sieben auf acht ausgebaut. Die Unabhängige Grüne Liste hat einen von bisher sechs Sitzen verloren. Auf sie entfielen 22,2 Prozent.

Wahlverlierer in Ilshofen ist die SPD, die von 14,0 auf 9,1 Prozent abgerutscht ist - bei einer allerdings auch deutlich kleineren Liste als vor fünf Jahren. Zugelegt haben hier die Freien und die CDU.

Kommunalpolitik bleibt auch in Hohenlohe eine Männerdomäne: In Blaufelden etwa schaffte mit Sabine Völkert nur eine Frau den Sprung in das Kommunalparlament. Aber es gibt durchaus rühmliche Ausnahmen: Im Gremium von Rot am See entfielen sechs Sitze auf weibliche Kandidaten, die Frauenquote hat sich hier verdoppelt und liegt jetzt bei knapp 29 Prozent.

In Schrozberg machten überdurchschnittlich viele Kandidaten eine bittere Erfahrung: Gleich sechs amtierenden Stadträten, die zu ihrer Wiederwahl antraten, reichte das Ergebnis letztlich nicht mehr für einen Einzug in das Kommunalparlament.

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