CD-Kritik

KATHARINA GOTTSCHALK 21.04.2016
"Wilde Belle" macht melancholisch schöne Musik: ein angenehm leichter Mix aus Ska, Reggae, Funk, Jazz und ein bisschen Pop.

USA 2016 / Columbia Records / 11 Lieder / Hörtipps: "Dreamland", "Coyotes", "It was you", "The one that got away"

Vor drei Jahren haben die Geschwister Natalie und Elliot Bergman ihr erstes Album Isles veröffentlicht. Nun haben sie ihre zweite Platte Dreamland produziert. Der gleichnamige Song ist einer der Favoriten und würde sich eventuell wieder als Soundtrack eignen. Die Lieder der beiden Geschwister haben etwas an sich: Man könnte sie überall spielen und kein Mensch würde sich an ihnen stören, egal welchen Musikstil man in der Regel favorisiert. Es sind leichte, angenehme Songs, die einen nicht anstrengen, aber auch nicht umhauen. Man könnte sie wunderbar als Hintergrundmusik in einer Strandbar oder auf einer Dachterrasse mit Blick auf den Abendhimmel spielen. Für solche Momente scheint die Platte gemacht. Genießen und die Gedanken davonschweben lassen.

Einige der Songs wie Dreamland oder Our love will survive erinnern mit ihrer melancholischen Art sehr an Lana Del Rey. Die weiche Stimme von Natalie Bergman und die vielfältige Instrumentalisierung von ihrem Bruder Elliot vermischen sich zu einer sehr klangstarken und sehnsuchtsvollen Mixtur aus Funk, Ska, Reggae, ein bisschen Jazz und einer Prise Pop. Die vielen Effekte und Drums geben den Liedern noch einen interessanten und intensiven Schliff.

Das allein trägt ein Album aber nicht, und so wird es nur für die Fans eine Nummer-Eins-Platte. Für den Rest ist es ein durchschnittlicher Player, den man gerne mal hört, aber nicht vermissen wird.

Eine groovige Platte, aber mit der Zeit etwas eintönig, ohne einen richtigen Wow-Effekt

Lana Del Rey, Gin Wigmore