CD-Kritik

DIRK WANNER 07.08.2014
Für Songwriterin Sia ist es an der Zeit, selbst ins Rampenlicht zu treten. Und das tut sie mit vollkommen überzeugendem Sound.

USA 2014 / Rca Int. (Sony Music) / 12 Lieder / Hörtipps: "Chandelier", "Eye of the Needle", "Big Girls Cry", "Elastic Heart"

Mit 1000 Forms of Fear veröffentlicht die australische Sängerin Sia ihr bereits sechstes Studioalbum. Weltweit große Bekanntheit erlangte sie erst in den letzten Jahren durch Kollaborationen wie Titanium mit David Guetta oder Wild Ones mit Flo Rida. Doch schon zuvor war sie als Songwriterin eine ernstzunehmende Größe im Musikgeschäft. Sie war verantwortlich für Hitsongs wie Rihannas Diamonds und schrieb Lieder für Stars wie Christina Aguilera, Katy Perry und Beyoncé. Das neue Album bringt nun die 38-jährige Sängerin in den Vordergrund und an die Spitze der Musikcharts.

Die Leadsingle der Platte heißt Chandelier und hat sich bereits weltweit zu einem Hit entwickelt. Keine Überraschung, so hält einen doch der Sound der Electro-Pop-Ballade gemeinsam mit Sias unglaublicher Stimme durchweg gefangen. Die Lyrics sprechen derweil mit Alkoholsucht und Selbstzerstörung durch übertriebenes Feiern ein eher dunkles, aber dennoch zugängliches Thema an. Damit wird Chandelier zum absoluten Highlight des Albums.

Auch die anderen Songs ähneln Chandelier in Stimmung, Ton und Thematik. Dadurch entsteht ein tolles, einstimmiges Werk, das Sias Stärken, nämlich ihre Stimme und ihr Songwriting, voll zur Geltung kommen lässt. Einziger Mangel ist, dass das Album gegen Ende etwas zu wenig Abwechslung bietet und leicht eintönig wirken kann. Dennoch weiß jedes Lied für sich vollkommen zu überzeugen.

Ein leicht dunkles Electro-Pop-Album, das stimmlich positiv aus dem Mainstream-Pop heraussticht.

Rihanna, Lana Del Rey, Ellie Goulding