CD-Kritik

MANUEL LÖFFLER 06.06.2013
. . . Memories. Die Franzosen legen in ihrem vierten Studioalbum lässige Grooves mit bekannten Beats und gepitchten Stimmen auf.

D 2013 / Smi Col / 13 Lieder / Hörtipps: "Get lucky", "Fragments of Time", "Give Music back to Life", "Lose yourself to dance"

Get Lucky hat es mit allerlei Covern schon in die Hall of Fame auf Youtube geschafft. Zusammen mit Pharrell Williams appellieren die House-Musiker dafür, ein bisschen Spaß zu haben, und kämpfen gegen den klassischen 4-4-Beat an, der in den meisten Disco-Songs derzeit vorherrscht. Die groovigen Gitarrenriffs und Pharells klare Stimme lassen einfach keine Hüfte unbewegt, wie man es von Harder, better, faster, stronger kennt. Lose yourself to dancing kommt einem Diskosong aus den 80er Jahren mit dem Prädikat "funky" sogar noch näher.

Auf der anderen Seite ist das ganze Album etwas weniger elektronisch und man könnte Titel, die man noch vor acht Jahren im letzten Studioalbum Human after all gehört hatte, vermissen. So gibt es kein digitales Mantra Buy it, use it, break it, fix it, . . . wie damals in Technologic. Dafür gibt es eine Hommage an die Anfänge der Synthesizer-Disco-Musik mit Gorgio by Moroder. Und wer hätte eine Synthesizer-Ballade erwartet, die wie Within von den treibenden Beats zurücktritt, um dann kurz darauf von einer computerisierten Windspielklangwelt in Touch abgelöst zu werden. In Features mit anderen Gästen wie Todd Edwards in Fragments of Time erinnern Daft Punk schon fast an Space Cowboy von Jamiroquai und dringen in andere Genres vor.

Ein facettenreicher Mix also, mit gereifteren Synthesizern und kontinuierlichem, vielleicht etwas zu vielem Stimmenpitcher.

Zurück zu Disco Grooves statt punchigen Beats, immer noch mit Synthesizern und auch auf Dinnerparties spielbar.

Justice, Gorillaz, Jamiroquai