CD-Kritik

ALICIA MÜLLER ALEXANDRA SCHÖNECK 06.03.2014
Das neue Album von Marteria unterscheidet sich zwar von seinem Vorgänger, besticht aber dennoch durch gehaltvolle Songs.

D 2014/ Four Music/ 14 Lieder / Hörtipps: "Zwei Finger an den Kopf", "OMG", "Bengalischer Tiger", "Glasklar/Herzglüht"

Mit seinem neuen Album, das am 31. Januar veröffentlich wurde, ist der Rostocker Rapper Marteria seit März auf Deutschlandtour und wird unter anderem auch in Stuttgart auftreten. Sein sechstes Soloalbum Zum Glück in die Zukunft 2 ist der Nachfolger des gleichnamigen Albums aus dem Jahr 2010.

Nach seinem Erfolgshit Lila Wolken erwartet man wieder energische Beats und aufregende Texte. Allerdings ist die Mehrheit der 14 Songs, deren Auftakt ein kurzes Intro macht, dieses Mal eher einem ruhigeren und persönlicheren Stil verfallen. So handelt der Song Gleich kommt Louis zum Beispiel von seinem jetzt siebenjährigen Sohn, der bei der Exfreundin des Rappers wohnt. Von den ruhigen Beats hebt sich Bengalischer Tiger durch eine düstere und gefährliche Atmosphäre ab, die jedoch in Kontrast zum Songtext steht. So fordert Marteria zur friedlichen Revolution auf und untermauert diesen Aufruf durch die Nennung diverser Freiheitsprediger und Friedenssymbole: Sind die Zeugen Mandelas, Zeugen Martin Luther Kings, Käfige auf, lasst weiße Tauben fliegen. Auch Zwei Finger an den Kopf stellt eine Ausnahme zur mehrheitlich ruhigen Platte dar und wird mit seinem kritischen Inhalt gegenüber dem Durchschnittsbürgerdasein zu einem Ohrwurm. Neben Yasha, Miss Platnum und Campino hat unter anderem Marterias Alter Ego Marsimoto an einem Song mitgewirkt. Alles in allem ein gelungenes Album.

Persönliche Texte gepaart mit gelassenen Beats, die ohne ausschweifende Metaphern auskommen.

Casper, Max Herre, Jan Delay, Prinz Pi

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