Die Bundeswehr-Besatzungen in Niederstetten verfügen nun über den modernsten Rettungshubschrauber in seiner Klasse – den Airbus H145. In kleinem, feierlichem Rahmen erhielt am Heeresflugplatz das erste von drei SAR-Kommandos den neuen Helikopter. SAR steht für Search und Rescue, also der Such- und Rettungsdienst.

„So sollte eigentlich jede Woche beginnen, strahlender Sonnenschein und ein erfolgreiches Beschaffungsprojekt“, freute sich der für die Ausrüstung in der Bundeswehr verantwortliche Abteilungsleiter im Verteidigungsministerium, Vizeadmiral Carsten Stawitzki. Er war in Vertretung der Verteidigungsministerin nach Niederstetten gekommen.

Vor dem Termin geliefert

Drei Monate vor dem eigentlichen Liefertermin begann im Dezember 2019 die Auslieferung des ersten von sieben neuen Rettungshubschraubern. Ein halbes Jahr später sind nun alle Maschinen an die Bundeswehr übergeben und die ersten Besatzungen einsatzbereit. In Niederstetten, beim Transporthubschrauberregiment 30, wurde das erste von drei SAR-Kommandos mit dem neuen Hubschrauber in Dienst gestellt. Kommt nun eine Alarmierung, hebt nicht mehr die 50 Jahre alte Bell UH-1D von der Plattform ab, sondern der moderne Airbus H145.

Landkreis Schwäbisch Hall

Die Maschine ist mit den neuesten Such- und Rettungsmitteln ausgestattet und damit auch voll nachtflug- und nachtsuchfähig. Anwesend waren auch der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, der Divisionskommandeur der „Division Schnelle Kräfte“, Generalmajor Andreas Hannemann mit seinem Stellvertreter Brigadegeneral Andreas Pfeifer sowie Brigadegeneral Ulrich Ott, der General der Heeresflieger.
Mais freute sich in seinem Redebeitrag über die neuen Hubschrauber und verband damit ein Aufbruchssignal für die Heeresflieger, um für junge Menschen attraktiv zu sein, die Rettungsflieger werden wollen. Bis Mitte 2021 werden die beiden anderen SAR-Kommandos in Nörvenich und Holzdorf ebenfalls auf den neuen Hubschrauber umgerüstet. Dann ist die Einsatzzeit der Bell UH-1D in der Bundeswehr beendet und das markante Rotorengeräusch des „Teppichklopfers“ endgültig Geschichte.
Für das Transporthubschrauberregiment 30 ist die Einführung des neuen Rettungshubschraubers ein weiterer Schritt in Richtung Modernisierung. Der Regimentskommandeur, Oberst Peter Göhringer, betonte, dass neben dem SAR-Auftrag auch der Truppentransport mit dem mittleren Transporthubschrauber NH90 steht. Hier sind aktuell 22 der vorgesehenen 32 Maschinen an den Heeresfliegerverband ausgeliefert. Damit fliegen zukünftig zwei der modernsten Hubschraubermuster vom Flugplatz Niederstetten aus.
Der Such- und Rettungsdienst ist in erster Linie für verunglückte Luftfahrzeuge da. Diese hoheitliche Aufgabe müssen alle Staaten erfüllen können, die am internationalen Luftverkehr teilnehmen. In Deutschland haben die Heeresflieger aus Niederstetten diesen Auftrag über dem Festland. Die Marineflieger decken die Seegebiete über Ost- und Nordsee ab.

Bundesweit drei Kommandos

Das Transporthubschrauberregiment 30 betreibt hierzu drei SAR-Kommandos in Deutschland. Diese sind an 365 Tagen, rund um die Uhr mit jeweils einem Hubschrauber besetzt und einsatzbereit. Medizinisch ausgestattet sind die neuen Maschinen wie ein ziviler Rettungshubschrauber, sie haben darüber hi­naus aber noch modernste Ortungselektronik, verschiedenste Kommunikationseinrichtungen, eine Tag- und Nachtsichtkamera, Suchscheinwerfer, eine Rettungswinde und einen Außenlasthaken. An diesem können auch Feuerlöschbehälter oder Lastennetze transportiert werden.

In besonderen Einsatzlagen können die SAR-Hubschrauber auch für Rettungseinsätze oder für die Katastrophenhilfe eingesetzt werden.