Crailsheim / Kerstin Dorn Bürger hat 2018 seinen Absatz um mehr als acht Prozent gesteigert und will weiter wachsen.  In  Crailsheim soll ein neues Logistikzentrum gebaut werden und eine neue Produktionslinie für Maultaschen in Betrieb gehen.

Es gibt sie in rund 40 Variationen: fleischfrei oder vegan, gluten- oder laktosefrei, mit Geflügel, Gemüse, Lamm oder Rind, in Bioqualität und – für den japanischen Markt – sogar mit süßer Füllung. Die Maultaschen, die Spätzle und Schupfnudeln aus dem Hause Bürger landen immer häufiger auf den Tellern der Verbraucher. Das wird anhand der Absatzzahlen deutlich, die der Marktführer mit Sitz in Ditzingen im Kreis Ludwigsburg jetzt für das Geschäftsjahr 2018 veröffentlicht hat. In Ditzingen ist die Verwaltung des Unternehmens und die Produktion tiefgekühlter Fertiggerichte angesiedelt. Der Großteil der Produkte läuft seit 1983 im Crailsheimer Werk vom Band. Dort wird das Unternehmen weiter investieren.

Bürger plant weitere Investitionen

Bürger konnte seinen Umsatz im letzten Jahr auf 211,7 Millionen Euro steigern, was einem Absatzwachstum von mehr als acht Prozent entspricht. Bereits im Jahr zuvor wurde – zum ersten Mal in der 85-jährigen Firmengeschichte – die Umsatz-Schallmauer von 200 Millionen Euro durchbrochen. „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung und ziehen eine positive Bilanz. Die Nachfrage nach unseren Produkten war außerordentlich stark“, sagt Geschäftsführer Martin Bihlmaier. Als „besonders erfreulich“ bezeichnet der 44-jährige Diplom-Betriebswirt, der seit elf Jahren in dritter Generation den Marktführer für Maultaschen, Schupfnudeln und Eierspätzle führt, das zweistellige Wachstum bei Spätzle und Schupfnudeln. Im vergangenen Jahr produzierte Bürger 76.700 Tonnen Lebensmittel; die Absatzmenge stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5700 Tonnen oder 8,09 Prozent und entspricht dem Gewicht von 433 Jumbo-Jets. Auch die Belegschaft nahm weiter zu. Bürger beschäftigte zum Jahresende 2018 insgesamt 953 Mitarbeiter, 92 mehr als im Vorjahr. Etwa 80 Prozent davon sind Frauen.

Hinter dem Fabrikverkauf entsteht eine neues Gebäude

2018 investierte das Unternehmen an den beiden Standorten Ditzingen und Crailsheim insgesamt knapp zehn Millionen Euro. Auch in diesem Jahr sind Entwicklungen geplant: Auf dem Grundstück hinter dem Fabrikverkauf in Crailsheim soll mit dem Bau eines neuen Logistikzentrums begonnen werden. Auch die Produktionskapazität wird erweitert: Neben der im November 2018 gestarteten Linie für Spätzle und Schupfnudeln soll Mitte 2019 eine weitere Maultaschen-Linie im Werk Crailsheim in Betrieb gehen. Vorgesehen ist auch eine neue Produktionslinie für italienische Pasta.

Trends erkannt

In diesem Segment beliefert Bürger vor allem Mensen, Kantinen, Altenheime sowie die Gastronomie. Insgesamt gehen etwa 35 Prozent der Produkte an Großkunden. Rund 60 Prozent werden über den Lebensmittel-Einzelhandel abgesetzt. Einen Trend sieht das Unternehmen im Segment frischer Convenience-Produkte. Sehr gut laufen beispielsweise Gnocchi mit Süßkartoffeln oder roter Beete, die seit 2018 auf dem Markt sind. Weil 2019 ein besonderes Jahr für Bürger ist, und es seine 85-jährige Firmenhistorie feiert, gibt es jetzt die besonders großen Jubiläumsmaultaschen im Zehnerpack.

Den größten Teil seines Umsatzes macht die Firma im Inland, und hier vor allem in den südlichen Bundesländern, wobei der „Maultaschenäquator“ sukzessive nach Norden wandere, wie man bei Bürger stolz mitteilt. Ausgewählte Produkte finden auch in NRW oder in den Großstädten, beispielsweise in Hamburg, Hannover und Kassel, immer mehr Liebhaber. Das stimmt den Geschäftsführer Martin Bihlmaier auch für das aktuelle Geschäftsjahr zuversichtlich. Er rechnet mit weiterem Umsatzwachstum.

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Marktführer mit 85-jähriger Firmengeschichte

Bürger wurde 1934 von Richard Bürger als kleine Manufaktur für Mayonnaise und Salate in Stuttgart-Feuerbach gegründet.1960 übernahm Erwin Bihlmaier, der Großvater des heutigen Firmenchefs, das Unternehmen. 1964 kam die erste, selbst entwickelte Maultaschenmaschine zum Einsatz. 1976 übernahm Richard Bihlmaier von seinem Vater den Betrieb. Zwei Jahre später zog das Unternehmen von Stuttgart-Feuerbach nach Ditzingen. Als dort der Platz nicht mehr ausreichte, baute Bürger 1983 den zweiten Standort in Crailsheim.