Am 24. Januar löste ein Vorfall in Rot am See bundesweites Entsetzen aus: Sechs Menschen aus einer Familie starben durch die Schüsse aus einer großkalibrigen Pistole. Der mutmaßliche 26-jährige Täter sitzt seither in Untersuchungshaft - und nachdem vor kurzem der Termin der Gerichtsverhandlung auf den 29. Juni 2020 anberaumt wurde, hat die Staatsanwaltschaft Ellwangen nun weitere Details zu den Umständen der Tat bekannt gegeben.

Laut Anklageschrift soll der nicht vorbestrafte Tatverdächtige - der die Tat gestanden hat - schon seit längerer Zeit geplant haben, seine Mutter und seine Halbschwester zu töten. Der Grund: angebliche Misshandlung. Zu diesem Zweck soll er in einen Schützenverein eingetreten und eine Pistole vom Kaliber 9 Millimeter legal besorgt haben.

Am 24. Januar - dem Tag der Tat - kam es dann anlässlich einer Beerdigung zu einem Familientreffen in Rot am See, wo der Angeklagte zusammen mit seinem von der Mutter getrennt lebenden Vater in der Bahnhofstraße wohnte.

Der Angeklagte soll insgesamt 30 Schüsse abgegeben haben

Gegen Mittag soll der 26-Jährige im Treppenhaus zunächst mehrere Schüsse auf seine Mutter abgegeben und seinen Vater erschossen haben. Im Anschluss habe er im Erdgeschoss viermal auf seinen Halbbruder geschossen und im Treppenhaus eine Tante mit einem Schuss am Oberarm getroffen - welche flüchten konnte. Danach habe der Angeklagte im Eingangsbereich einen Onkel erschossen und dann auf einen weiteren Onkel Schüsse abgegeben, der aus dem Haus flüchtete. Dieser konnte, am Oberkörper getroffen, entkommen und überlebte wie seine Ehefrau die Schussverletzungen.

Auf der Rückseite des Gebäudes soll der Tatverdächtige seine Halbschwester, die sich um ihren lebensgefährlich verletzten Bruder kümmerte, sowie eine hinzukommende Tante erschossen haben. Schließlich sei er in die Küche gegangen und habe dort seine schwerverletzte Mutter mit einem gezielten Kopfschuss getötet. Insgesamt soll der 26-Jährige, der drei Magazine mit Munition bei sich hatte, 30 Schüsse abgegeben haben.

Bei der anstehenden Verhandlung soll unter anderem ein psychiatrischer Sachverständiger angehört werden. Der Grund: Möglicherweise liege beim Angeklagten eine krankhafte seelische Störung beziehungsweise eine paranoide Schizophrenie vor.