Die Menschen in der Gemeinde Blaufelden sind geschockt: Ihr früherer Bürgermeister Klaus Köger ist tot. Beim Sturz vom Dach seines Hauses zog er sich schwerste Verletzungen zu. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wo er Tage später den Verletzungen erlag. Klaus Köger, der 2015 in den Ruhestand gegangen war, wurde 63 Jahre alt.
„Es gibt Momente im Leben, da steht die Welt für einen Augenblick still. Und wenn sie sich weiterdreht, ist nichts mehr wie es war.“ So hat die Familie ihre Situation in der Traueranzeige beschrieben. Von einer Sekunde auf die andere bricht unfassbar großes Leid über Menschen herein, ist für die Ehefrau, die Kinder, die Geschwister, für Angehörige und Freunde nichts mehr, wie es war. So ist die Situation in Blaufelden – die Welt dreht sich weiter, und doch ist nichts mehr, wie es war.

Klaus Köger war ein „Glücksfall“ für die Gemeinde

Als Landrat Gerhard Bauer den Bürgermeister 2015 nach 16-jähriger Amtszeit in den Ruhestand verabschiedete, sprach er von einer „Ära Köger“. Und davon, dass er ein „Glücksfall für Blaufelden“ gewesen sei. Der gebürtige Gaildorfer war nicht erst als Bürgermeister in die Marktgemeinde im nördlichen Landkreis gekommen. Er hatte schon als junger Diplom-Verwaltungswirt den Weg nach Blaufelden gefunden, war ab 1983 im Rathaus tätig, zuerst im Hauptamt, dann als Kämmerer. 1998 entschloss er sich, Nachfolger seines Chefs, von Bürgermeister Kurt Mündlein, werden zu wollen – und wurde im Februar 1999 gewählt. Eine Wahlbeteiligung von mehr als 50 Prozent und fast 93 Prozent der Stimmen für ihn waren damals der Beweis, dass Köger die Bürgerinnen und Bürger von sich überzeugt hatte.
Klaus Köger hat nie großes Aufheben um sich gemacht. Aber nach den ersten acht Amtsjahren als Bürgermeister zog er selbstbewusst das Fazit, dass er die Gemeinde vorangebracht hat. Die logische Konsequenz: Er wollte weitermachen. Darüber freute sich die Bürgerschaft, bestätigte ihn 2007 mit fast 97 Prozent im Amt. Seine Reaktion damals zeugt von der Bescheidenheit, die ihn auszeichnete: „Ich kann nicht alles falsch gemacht haben.“

Hohenstein

Hat er nicht – ganz im Gegenteil. Bei seiner Verabschiedung sprach der Landrat davon, dass Kögers Handschrift noch lange sichtbar sei, und der ehrenamtliche Stellvertreter Hermann Kießecker betonte, dass Köger der Geschichte der Gemeinde ein „eindrucksvolles Kapitel“ hinzugefügt habe. Dass Kögers erfolgreiche Arbeit nicht nur in Blaufelden wahrgenommen worden ist, bezeugen seine Wahlen in den Kreistag (1999 bis 2019).

„Wenn die Zeit gekommen ist...“

Bei seiner zweiten Amtseinsetzung 2007 zitierte Köger die US-amerikanische Schriftstellerin Gwen Bristow: „Man denkt, vieles ist unmöglich. Doch wenn die Zeit gekommen ist, tut man das Unmögliche, weil es nicht anders geht.“ Jetzt steht seine Familie vor der Unmöglichkeit, mit dem Leid, das wie ein Blitz aus heiterem Himmel über sie gekommen ist, fertig zu werden. Und doch dreht sich die Welt weiter, und muss, wie es Klaus Köger am 16. März 2007 zitiert hat, „das Unmögliche getan werden, weil es nicht anders geht“.