Rems-Murr-Kreis / SWP Die Beratungsgruppe gegen Rechtsextremismus hat gemeinsam mit der Kriminalpolizei Waiblingen den bisher größten Einsatz seit dem Start des Hilfe- und Ausstiegsprogramms "BIG Rex" durchgeführt.

In dieser Woche hat die Waiblinger Kriminalpolizei gemeinsam mit Angehörigen der Beratungs- und Interventionsgruppe gegen Rechtsextremismus (BIG Rex) des LKA im Rems-Murr-Kreis rund 60 Personen aufgesucht, die nach polizeilichen Erkenntnissen der rechten Szene zuzuordnen sind. Die angesprochenen Personen, darunter auch Frauen, waren zwischen 18 und 43 Jahren alt. Die meisten der Angesprochenen waren allerdings jüngeren Alters.

Durch die aktive und persönliche Kontaktaufnahme mit der Zielgruppe soll diese vor der Begehung von Straftaten bewahrt und aus dem braunen Sumpf gelöst werden. Hierzu klären die Beamten die meist jungen Menschen in zahlreichen Gesprächen über die Hintergründe und Gefahren des Rechtsextremismus auf und ermuntern die Betroffenen zum Ausstieg aus der rechten Szene. Das unmittelbare Ziel solcher Gespräche ist allerdings nicht die sofortige Distanzierung von der rechten Szene. Vielmehr will die Polizei den oft orientierungslosen jungen Leuten zunächst Alternativen und Möglichkeiten aufzeigen und für den Fall der Umorientierung aktive Hilfestellung bieten.

Gleichzeitig bietet sich der Polizei so auch die Möglichkeit, die Familie und auch den unmittelbaren Freundeskreis der Zielpersonen zu sensibilisieren. Die Beamten beantworten Fragen, wie das Abrutschen in den Rechtsextremismus verhindert werden kann, welche Wege es für Aussteiger gibt und informieren über Zukunftsperspektiven nach dem Ausstieg.

Das Ergebnis der Aktion sei durchweg positiv zu bewerten. In den Gesprächen distanzierten sich bereits einige Personen von der rechten Szene. Man wollte "halt ein Teil einer Gruppe" oder "anerkannt" sein. Politische Hintergründe sind oft nur plakatives Beiwerk und nicht die Hauptmotivation der in den Sog geratenen jungen Menschen.