Die Wohnungen, die 2016 in Dinkelsbühl bezugsfertig werden, übertreffen alle bisherigen Zahlen. Und mit dem Wohnungsbau ergibt sich auch ein immenses Investitionsvolumen, das der Stadt zugutekommt. Im Wohngebiet Gaisfeld III wird gemauert und betoniert, aber auch schon gestrichen und dekoriert. Rund zwei Drittel der fast 80 Grundstücksparzellen sind bereits bebaut oder werden derzeit bebaut. 66 Bürger haben ihren Wohnsitz in der Ernst-Schenk-Straße, im Dr.-Friedrich-Höhenberger-Weg, im Ratsherrenweg oder in einer der weiteren sechs Straßen des Gaisfeld III zum Stichtag 1. August schon gemeldet.

Bisher schwankte der jährliche Wert der neuen Baufertigstellungen der 11 700-Einwohner-Stadt zwischen 30 und 70 Wohnungen. „Heuer werden bis Ende des Jahres weit über 100 neue Wohneinheiten in Dinkelsbühl entstehen“, rechnet Peter Koller, Leiter der städtischen Bauverwaltung hoch. Ein Rekordwert.

Nach einer Studie im Auftrag des Verbändebündnisses Wohnungsbau bedeutet jeder Quadratmeter Baukosten von bundesdurchschnittlich 2200 Euro – noch nicht hinzugerechnet die Aufwendungen für das Baugrundstück oder dessen Errichtung und Erschließung wie etwa Notariatskosten und Finanzierungskosten. Bei 100 neuen Wohneinheiten in Dinkelsbühl mit durchschnittlich 80 Quadratmetern ergeben sich mit 2200 Euro pro Quadratmeter Baukosten fast 18 Millionen Euro. „Das heißt ein nicht unerheblicher Teil für unsere heimischen Dienstleister und Handwerksbetriebe“, veranschaulicht Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer und ergänzt: „Der Umsatz der Betriebe sichert auch deren Dinkelsbühler Standort und Arbeitsplätze.“ Auch in Zukunft bringen Wohnansiedlungen eine Stadt in weiteren Wirtschaftsbereichen vorwärts. So liegt der jährliche Einzelhandelsumsatz je Einwohner in Dinkelsbühl bei 9924 Euro. Fast 90 Prozent der fertiggestellten Wohnungen der vergangenen fünf Jahre hatte eine Raumanzahl von drei oder mehr Räumen. Somit ist von mindestens Zwei-Personen-Haushalten auszugehen.

Auch die Zensusdatenbank zeigt, dass Ein-Personen-Haushalte nur rund 15 Prozent der Haushaltstypen in Dinkelsbühl ausmachen. Bei mehr als 100 neuen Wohneinheiten mit somit angenommenen mindestens zwei Personen und einem Einzelhandelsumsatz von 9924 Euro ergibt sich ein zusätzlicher Einzelhandelsumsatz von fast zwei Millionen Euro pro Jahr. „Solche Wirtschaftskräfte muss man hochrechnen und sich vor Augen führen, wenn man die Kräne und Baufahrzeuge scheinbar selbstverständlich an den Baustellen sieht“, betont Hammer.