Künzelsau Bilder vom bewussten Sein

Künzelsau / SWP 18.11.2014
Rudolf Hausner gehört zu den wichtigsten Künstlern in der Sammlung Würth - auch durch die Freundschaft mit Reinhold Würth. Zum 100. Geburtstag widmet ihm das Museum Würth eine Ausstellung.

Rudolf Hausner ist als Mitbegründer des Phantastischen Realismus mit einigen elementaren Werken in der Sammlung Würth vertreten. Anlässlich des 100. Geburtstages des Künstlers - er war am 4. Dezember 1914 in Wien geboren worden, er starb 1995 in Mödling in Österreich - richtet das Museum Würth in Künzelsau-Gaisbach eine umfangreiche Retrospektive aus. Der sammlungseigene Bestand wird dabei durch zahlreiche Leihgaben ergänzt, so dass Hausners gesamtes künstlerisches Spektrum gezeigt werden kann. Zu sehen sind rund 70 Gemälde aus den Jahren 1936 bis 1995.

Die Werke Hausners sind ganz aus der Introspektion, also der Beobachtung der eigenen seelischen Vorgänge, entwickelt. Bereits 1948 fand der Wiener seine individuelle Ikonografie. Wichtigstes Instrument wurde ihm dabei die Figur des "Adam", denn: "Was immer im Bild geschieht, es muss jemand gegenwärtig sein, dem es widerfährt." Hausner benutzt die mythische Gestalt des Adam, um in ihm sein eigenes Selbst- und Weltverständnis, sein "Adam-Bewußt-sein", wie er es nennt, zu manifestieren.

"Adam" ist sowohl der Name des biblischen ersten Menschen als auch das hebräische Wort für den Menschen schlechthin, mit dem sich Hausner identifiziert. Die Serie der Adam-Bilder wurde von Hausner wiederholt als "Entwicklungsroman in Fortsetzungen" charakterisiert, der ihn Zeit seines Lebens begleitete. Sein weiblicher Gegenpart, aber auch Inspirationsquelle, ist die Figur der "Anima". Sie trägt die Züge seiner Frau, der Malerin Anne Hausner. Neben Hausners Frau sind auch seine Töchter Xenia, Tanja und Jessica in unterschiedlichen Bereichen künstlerisch erfolgreich tätig. Auch dies wird in der Ausstellung dokumentiert.

Info Die Ausstellung "Ich bin Es" wird am Donnerstag, 20. November, um 19 Uhr eröffnet. Um Anmeldung zur Vernissage wird gebeten: Telefon 07940/ 15-2200. Die Schau ist bis 7. Juni täglich von 11 bis 18 Uhr zu sehen. An Heiligabend und Silvester ist das Museum Würth geschlossen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel