Crailsheim Beziehungen machen keine Ferien

Die Komitee-Vorsitzenden nach dem Klavierkonzert des Bürgermeisters von Bilgoraj, Janusz Roslan (4. von links): Dirk Beyermann (Pamiers), Wolfgang Schmid (Jurbarkas), Helga Hartleitner, Manfred Salinger (Bilgoraj) und Carola Schnabl (Worthington).
Die Komitee-Vorsitzenden nach dem Klavierkonzert des Bürgermeisters von Bilgoraj, Janusz Roslan (4. von links): Dirk Beyermann (Pamiers), Wolfgang Schmid (Jurbarkas), Helga Hartleitner, Manfred Salinger (Bilgoraj) und Carola Schnabl (Worthington). © Foto: Stadt Crailsheim
Crailsheim / Luca Schmidt 01.09.2018
Der Austausch zwischen Crailsheim und seinen Partnerstädten funktioniert auch im Sommer. Pünktlich zum Volksfest kommen Tänzer und Musiker aus Jurbarkas.

Vieles liegt in den Sommerferien brach – aber nicht die Beziehungen der Stadt Crailsheim zu ihren Partnerstädten. Ende Juli bis Anfang August waren sieben Personen aus Pamiers zu Gast in Crailsheim, bereits eine Woche vorher besuchte eine vierköpfige Delegation aus Bilgoraj die Horaffen-Stadt. Eine Gruppe aus der litauischen Stadt Jurbarkas besucht heuer das Volksfest, unter ihnen sind einige Musiker und Tänzer.

Warum die gegenseitigen Besuche wichtig sind, erklärt Constanze Lauer, bei der Stadt Crailsheim für die Städtepartnerschaften zuständig. „Es soll die Möglichkeit geben, andere Länder, andere Menschen, Sprachen und Kulturen kennenzulernen“, sagt Lauer. „Die Städtepartnerschaften bieten auch die Chance, andere Länder zu bereisen. Die Reisen haben keinen touristischen, sondern eher einen repräsentativen Charakter.“

Freundschaften entstehen

Durch den Austausch werde der Horizont erweitert, es würden Freundschaften und Beziehungen zwischen Ländern aufgebaut und gepflegt. „Nur durch diese aktiven und regelmäßigen Austausche schafft man Neugier, Sensibilität und Offenheit, die Respekt und Toleranz mit sich bringen“, betont Lauer. Außerdem tragen die Besuche zur Entwicklung und Stärkung des Selbstbewusstseins der einzelnen Personen bei.

Zusätzlich zu bereits genannten Gruppen-Besuchen gibt es auch einzelne Personen, die die Stadt mit einem Besuch beehren: So war kürzlich beispielsweise Jeanne Palmade mit ihrer Zwillingsschwester in Crailsheim. Jeanne Palmade ist eine ehemalige Stadträtin aus Pamiers und Vizepräsidentin des dortigen Komitees. Sie besuchten in Crailsheim unter anderem Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Schüleraustausche: Seit 25. Juli ist etwa Chloe Bents aus Worthington in Crailsheim zu Gast.

Wenn Gruppen aus den Partnerstädten zu Besuch kommen, planen die Stadtverwaltung und das jeweilige Städte-Komitee ein Programm. „In welchem Umfang das gestaltet wird, kommt auf die Gruppe an“, sagt Constanze Lauer. „Hierbei wird auch auf Wünsche der Delegationsteilnehmer eingegangen.“ So wurde dieses Jahr auf einen Impuls von Bilgorajs Bürgermeister Janusz Roslan ein Klavierkonzert für die Freunde der Partnerstädte organisiert – Roslan spielte selber vor Publikum.

Gastfamilien machen Programm

Dabei sind nicht nur die Städte an der Organisation beteiligt. „Wenn die Teilnehmer der Gruppen bei Gastfamilien untergebracht sind, wird das Programm teilweise von der Stadt und dem Komitee für die gesamte Gruppe gestaltet, teilweise auch individuell von den Gastfamilien für ihre Gäste“, sagt Lauer.

Egal wer an der Organisation beteiligt ist: Die Reaktionen auf die Reisen seien durchweg positiv. Das gehe sogar so weit, so Lauer, dass bei manchen Reiseteilnehmern bereits die nächste Generation innerhalb einer Familie nach Crailsheim komme.

Die Besuche sind aber keine Einbahnstraße: Auch die Crailsheimer besuchen ihre Partnerstädte regelmäßig. So gibt es jährliche Delegationsreisen nach Bilgoraj und Jurbarkas und den Schüleraustausch mit Bilgoraj und Pamiers. „Der Sportleraustausch nach Pamiers ist zwar dieses und letztes Jahr ausgefallen, ist aber auch als jährliche Aktion geplant“, erklärt Lauer.

2021 in die USA

Bürgerreisen hingegen fänden eher unregelmäßig statt. „Im Jahr 2019 ist eine Reise nach Pamiers anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums des Partnerschaftsvertrags geplant“, sagt Lauer. Zusätzlich seien für 2020 Reisen nach Bilgoraj und Jurbarkas anberaumt, 2021 folge voraussichtlich eine Bürgerreise nach Worthington.

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