Oberrot Betrachtungen über heimische Heilpflanzen

Heilpflanzenkenner im Freien Adelssitz in Oberrot (von links): Dr. Wolfgang Caesar, Chefredakteur der Apothekerzeitung, Prof. Dr. Dr. Christa Habrich, Dr. Johannes G. Mayer, der am morgigen Donnerstag den Abschlussvortrag halten wird. Foto: Privat
Heilpflanzenkenner im Freien Adelssitz in Oberrot (von links): Dr. Wolfgang Caesar, Chefredakteur der Apothekerzeitung, Prof. Dr. Dr. Christa Habrich, Dr. Johannes G. Mayer, der am morgigen Donnerstag den Abschlussvortrag halten wird. Foto: Privat
Oberrot / SWP 08.08.2012
Um Heilpflanzen geht es in der aktuellen Ausstellung im Äskulap-Info-Zentrum in Oberrot. Das Begleitprogramm endet am kommenden Donnerstag.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung "Die Pflanzen der Klostermedizin in Darstellung und Anwendung" hatte Prof. Dr. Fritz Krafft mit seinem Vortrag "Christus als Apotheker in konfessionell unterschiedlicher Darstellung" eröffnet. Kürzlich nun referierte Prof. Dr. Dr. Christa Habrich aus Giessen/Ingolstadt über "Heilpflanzen des Mittelalters". Ein interessiertes Publikum lauschte ihren Betrachtungen über die heimischen Heilpflanzen, ihre Anwendung und die heilenden Prozesse sowie Negativwirkungen. Auch Heilpflanzen, die nur in Gebirgsregionen heimisch sind, und Heilpflanzen aus südlichen Gefilden wurden bildhaft erläutert.

Gedanklich ging Christa Habrich auf die Hofgüterordnung "capitulare de villis" von Karl dem Großen aus dem Jahr 812 zurück, die in Kapitel 70 eine Liste von Kräutern enthält, die in den Hofgütern angebaut werden mussten. Viele dieser Kräuter sind heute noch für uns von Bedeutung. Der St. Galler Klostergartenplan und der Plan von der Reichenau des Abtes Walahfrid Strabo waren Vorbilder für Klostergärten, auch in Frankreich, die in historischen Abbildungen gezeigt wurden.

Christa Habrich erwähnte auch den griechischen Arzt Pedanios Dioskurides, der im ersten Jahrhundert n. Chr. in Rom praktizierte und circa 800 Heilpflanzen beschrieb und zeichnete; es ist das wichtigste Pflanzenbuch der Antike. Auch der Arzt Galenos von Pergamon mit seiner Vier-Säfte-Lehre, die bis ins 19. Jahrhundert von Bedeutung war, kam zur Sprache. Die Referentin verstand es, in warmherziger Art das Publikum in den Bann ihres Vortrags zu ziehen. Von der Hieronymus-Bock-Gesellschaft, Geslau, erhielt sie für ihre großen Verdienste um die Naturheilkunde die Hieronymus-Bock-Medaille, geprägt zum 500-jährigen Jubiläum im Jahr 1998, von Hans Christoph überreicht.

Der dritte und letzte Vortrag findet am Donnerstag, 9. August, um 19 Uhr im Äskulap-Info-Zentrum, dem ehemaligen Freien Adelssitz in Oberrot statt. Dr. Johannes G. Mayer von der Universität Würzburg, Abteilung Klostermedizin, spricht über "Heilpflanzen in historischen Darstellungen von der Antike bis zur frühen Neuzeit". In Deutschland kann nur in Würzburg Klostermedizin studiert werden.

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