Buchtaufe Betrachtungen einer Hohenloherin jetzt als Buch

Nach der Signierstunde (von links): Siegfried Baier, Sibylle Resch- Weiler, Knut Siewert und Ulrike Durspekt-Weiler.
Nach der Signierstunde (von links): Siegfried Baier, Sibylle Resch- Weiler, Knut Siewert und Ulrike Durspekt-Weiler. © Foto: Julia Vogelmann
Crailsheim / Julia Vogelmann 12.05.2018

„Aus Crailsheimer Sicht ist die Doudi der Höhepunkt ihres Schaffens“, stellte Marcus Schilp fest, der den Oberbürgermeister vertrat. Das Buch bezeichnete er als eindrucksvolles Denkmal, das die Bemühungen, die Hohenloher Mundart zu erhalten, unterstützt. Als „Mundartkünstlerin“ fand er Ulrike-Durspekt Weiler bei Google, doch der Abend zeigte, dass dieser Begriff viel zu kurz gegriffen ist, auch wenn er wahr ist.

Das wurde in der Laudatio Knut Siewerts deutlich, der es sich nicht nehmen ließ aufzuzählen, was „die Uli“ in den letzten Jahren alles gemacht, erreicht, angefangen, zu Ende gebracht und beeinflusst hat. „Mit dem Herz auf dem rechten Fleck, Musik im Blut und im Gemüt, mit Tatkraft für drei, Offenheit, Leidenschaft und Humor bewältigt sie wie als Mutter Großmutter, Haus- und Ehefrau ein schier unglaubliches Pensum und das mit einer Zuverlässigkeit, die ihresgleichen sucht“, so Siewert, der übrigens sowohl Vorwort als auch Titelbild zum Büchlein beigetragen hat.

Bei der Doudi hören alle hin

Wo junge Menschen gern abwinken, wenn es um Mundart und Tradition geht, wenn die Doudi auf der Bühne steht, dann hören sie hin, besonders weil sie im Kopf jung geblieben ist. „Als Persönlichkeit strahlt sie tiefe Menschlichkeit und Empathie aus. Auch wenn sie die Dinge scharfzüngig auf den Punkt bringt, ist sie nie verletzend oder beleidigend gegenüber den Menschen, über die sie spricht oder schreibt“, brachte Siewert ihr Geheimnis auf den Punkt.

Einen weiteren vergaß er jedoch, den Cornelia Schuster und Gerhard Frank in einem Überraschungssketch aus ihr herauskitzelten: Ulrike Durspekt-Weiler kann wunderbar über sich selbst lachen. So lachte sie so amüsiert wie das Publikum, als ihr Frank im imaginären Telefongespräch durch die ganze Stadt hinterherjagte, um ihr zum Buch zu gratulieren. Kein Wunder, dass der Titel „Botschafterin von Crailsheim“ fiel, denn kaum eine ist so in der Stadt verwurzelt wie sie.

Wie engagiert sie im Stadtleben war, lässt sich an den 132 Artikeln ablesen, die in zwölf Jahren entstanden sind, die sie fürs Stadtblatt geschrieben hat. Aus ihnen ist jetzt das Buch entstanden, das im Baier Verlag erschienen ist und zu dem ihre Schwester Sibylle Resch-Weiler die Illustrationen beigesteuert hat.

Themen wie Ungerechtigkeit, Konsum und Kommunalpolitik behandelt sie mit der gleichen Ernsthaftigkeit, aber auch dem gleichen augenzwinkernden Humor wie Volksfest, Ostereier oder runde Geburtstage. Dabei gelingt ihr, sogar auf Englisch immer noch irgendwie hohenlohisch zu klingen. Ulrike Durspekt-Weiler ist tatsächlich so etwas wie die „Botschafterin“ ihrer Heimatstadt. Und die Patentante, die mit liebevollem Blick und doch kritisch auf ihr Patenkind schaut.

Kein Wunder also, dass alle, die über die Autorin sprachen, das mit Zuneigung und Rührung taten. Im Anschluss signierte die Autorin selbstverständlich Bücher, ließ aber durch Siegfried Baier ausrichten: „Nur wenn sie nicht mehr als fünf Zeilen schreiben muss.“

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