Bahn Bessere Zugverbindung zwischen Stuttgart und Nürnberg?

Wollen die Bahnstrecke Stuttgart-Nürnberg verbessern (von links): Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner, Ellwangens Bürgermeister Volker Grab, Verkehrsminister Winfried Hermann und Crailsheims Oberbürgermeister Rudolf Michl. Foto: Andreas Harthan
Wollen die Bahnstrecke Stuttgart-Nürnberg verbessern (von links): Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner, Ellwangens Bürgermeister Volker Grab, Verkehrsminister Winfried Hermann und Crailsheims Oberbürgermeister Rudolf Michl. Foto: Andreas Harthan
Crailsheim / ANDREAS HARTHAN 13.07.2013
Städte, Landkreise, Regionalverbände und Industrie- und Handelskammern haben am Freitag in Crailsheim eine Interessengemeinschaft zur Verbesserung der Bahnstrecke von Stuttgart nach Nürnberg gegründet.

Zwei Stunden und drei Minuten brauchte 1938 ein Zug von Stuttgart nach Nürnberg. Heute, 75 Jahre später, ist der Intercity (IC) acht Minuten länger unterwegs. Die Verbindung zwischen Stuttgart und Nürnberg ist die schlechteste von allen zwischen zwei europäischen Metropolregionen. Crailsheim verfügt mit seinem IC-Anschluss als einzige Stadt in der Region Heilbronn-Franken über einen Fernverkehrshalt der Bahn. Das heißt im Umkehrschluss, dass nicht mal Heilbronn, als mit Abstand größte Stadt in der Region, einen solchen Anschluss hat.

Es gibt also viele Gründe, die Situation auf der Bahnstrecke zwischen den beiden Großstädten Stuttgart und Nürnberg zu beklagen. Doch Klagen macht nichts besser, haben sich nun Städte, Landkreise und Regionalverbände gesagt und gestern die "Interessengemeinschaft Schienenkorridor Stuttgart-Nürnberg" gegründet. Was sich bürokratisch anhört, soll ganz unbürokratisch und schnell mit Leben gefüllt werden. Nach der Sommerpause beginnt das beim Regionalverband Ostwürttemberg angesiedelte Büro mit der Arbeit.

Den Rahmen für den Gründungsakt bildete der "Bahntag II" gestern im Crailsheimer Rathaus, an dem auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) teilnahm. Er war "Ende und Anfang zugleich", wie es Helmut Himmelsbach, Heilbronner Oberbürgermeister und Vorsitzender des Regionalverbandes Heilbronn-Franken, formulierte. Der Bahntag bildete das Ende des Projektes "Zukunfts-Takt Schiene - Perspektiven für den schnellen Schienenfernverkehr in der Europäischen Metropolregion Stuttgart" und gleichzeitig den Beginn der Interessengemeinschaft für die Strecke Stuttgart-Nürnberg. Diese ist eingebettet in die europäische Achse Zürich-Berlin und besonders interessant, weil sie Großstädte und ländliche Räume verbindet. Dazu kommt, dass sie 2017, wenn die Schnellbahnstrecke von Nürnberg nach Erfurt in Betrieb geht, eine erhebliche Aufwertung erfährt. Dann wird der Verkehr zwischen Stuttgart und Nürnberg zunehmen und den erforderlichen Prozess der Ertüchtigung dieser Strecke will die Interessengemeinschaft mitgestalten. "Kommunale Einzelkämpfer erreichen nichts", betonte Crailsheims Oberbürgermeister Rudolf Michl. Klaus Pavel, Landrat des Landkreises Ostalb, beschrieb das Ziel so: "Wir wollen spürbare Verbesserungen." Zuvor hatte Verkehrsminister Hermann "Verfallserscheinungen" auf der Strecke zwischen Stuttgart und Nürnberg ausgemacht und Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der Bahn für Baden-Württemberg, angekündigt, dass es "komplett neues Wagenmaterial" für die Strecke geben wird. Und der bayerische Landrat Jürgen Ludwig (Ansbach) hatte sein "vitales Interesse" an der Strecke hervorgehoben.

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