Vier Eier liegen mittlerweile im Crailsheimer Storchennest auf dem Rathaus und werden kräftig bebrütet. Warum das so genau bekannt ist, wenn doch niemand ins Nest reinschauen darf? Weil eine Webcam auf das Nest gerichtet ist. Die Stadt und die Welt bekommen also live mit, wie sich Crailsheim zu einer Storchenstadt mausert.

Zuerst war das Nest nur im Rundumschwenk der städtischen Webcam auf dem Rathausturm zu sehen. Dann wollte Volker Hasel, Protagonist des Crailsheimer Storchennestes, noch eine zweite Webcam installieren, für einen besseren Blick ins Nest. Aber die Storchenbeauftragte des Landes hat eindringlich darum gebeten, den Rathausturm nicht mehr zu betreten. Die Störche könnten vor Schreck das Gelege verlassen, so ihre Befürchtung.

Nicht, dass sich in Crailsheim das wiederholt, was in Biberach an der Riss vergangenes Jahr passiert ist. Auch dort nisteten Störche mitten in der Stadt. Vier Eier hatte das Paar damals verlassen, warum, weiß niemand genau. Aber am entscheidenden Tag war ein Baukran ganz in der Nähe aktiv, und der Zusammenhang offensichtlich. Deshalb will Hasel eine Livestream-geeignete Kamera erst im Herbst installieren, wenn die Störche wieder weg sind. Seine Hoffnung: Auch 2014 wird Crailsheim Storchenstadt.

Woher aber in diesem Jahr ein gutes Storchenbild hernehmen? "Es stellte sich heraus, dass die Crailsheimer Webcam mit zwei Köpfen ausgestattet ist", berichtet Hasel, und einer davon ist nun permanent auf das Nest gerichtet. "www.cr-storch24.de"; heißt die Adresse, unter der das Bild zu sehen ist. Und das "CR" ist Volker Hasel wichtig. Vielleicht wird es ja zukünftig auch wieder auf den Autos prangen?

Die Seite ist schon online, probeweise. "In den ersten zwei Tagen gabs gleich über 500 Zugriffe. Das muss man sich mal vorstellen", freut sich Storchenfreund Hasel. Am Dienstag geht die Seite mit der Webcam offiziell in Betrieb. Jedes Storchengeklapper, jeder Nest-Mucks wird zukünftig ins weltweite Netz übertragen - und auf einen Bildschirm im Schaufenster eines Ladens in der Langen Straße.

Am Dienstagmorgen erhalten die Crailsheimer Störche Namen. Die rund 80 Vorschläge, die in der HT-Redaktion eingegangen sind, liegen inzwischen im Rathaus. Die Störche sind inzwischen Chefsache, Oberbürgermeister Rudolf Michl nimmt an der Namensgebung teil.

Info Storchenbilder gibts schon jetzt auf der Homepage der Stadt unter www.crailsheim.de.