Aktion Besperchungen, Sitzungen und Geburtstagsbesuche

Crailsheim / Christine Hofmann 23.06.2018
Im Sommerinterview auf dem Roten Buck berichtet Dr. Christoph Grimmer von seinem Arbeitstag als Oberbürgermeister. Schon bevor er ins Rathaus geht, liest er die Tageszeitung.

Noch bevor sich Christoph Grimmer auf den Weg zur Arbeit im Crailsheimer Rathaus macht, liest er das HOHENLOHER TAGBLATT – im Bett als E-Paper und ansonsten auf Papier. „Das ist für mich Pflichtlektüre“, sagte der Oberbürgermeister bei der Aktion „Hier sind wir zu Hause“ auf dem Roten Buck. „Es ist ein Alleinstellungsmerkmal des Hohenloher Tagblatts, über kommunale Angelegenheiten zu berichten.“

Am Donnerstagabend war die Lokalzeitung zum dritten Mal aus dem Verlagshaus in der Ludwigstraße raus- und in die Crailsheimer Stadtteile hineingegangen. Zum dritten Mal stellten sich HT-Mitarbeiter den Bürgern vor und kamen mit ihnen ins Gespräch und zum dritten Mal antwortete der Oberbürgermeister im Interview auf die Fragen von Redaktionsleiter Andreas Harthan.

Dieser testete das Stadtteil-Wissen des neuen OBs: „Warum heißt der Rote Buck eigentlich Roter Buck?“, wollte er wissen. „Der Name hat nichts mit der Farbe Rot zu tun“, antwortete Grimmer, „Rot kommt von Rodung: ‚Gerodeter Hügel’ könnte man sagen.“

Die Bürger des Roten Bucks hatten zuvor Fragen an die HT-Redaktion geschickt, die der Redaktionsleiter an den Oberbürgermeister weitergab. Sie wollten beispielsweise wissen, womit sich Grimmer den ganzen Tag über im Rathaus beschäftigt. „Ich frag mich manchmal, wo die Zeit bleibt“, berichtete Grimmer und gab bereitwillig Auskunft: Aktuelle Projekte aus dem Investitionsprogramm der Stadt bearbeiten, Sitzungsvorlagen für den Gemeinderat erstellen, Treffen mit dem Ältestenrat. „Heute habe ich einer Bürgerin in Altenmünster zum 101. Geburtstag gratuliert. Das sind besondere, bewegende Momente“, so Grimmer. Oft nehme er sich auch noch Arbeit mit nach Hause.

Grimmer beantwortete Fragen zum Neubaugebiet – „Die 22 Bauplätze sind schon alle verkauft“ – zu eigenen Bauwünschen – „Die Überlegung habe ich zurückgestellt, ich habe mit den städtischen Aufgaben genug zu tun“ – und zu Hochhäusern im Stadtbild. „Den Flächenverbrauch muss man immer im Blick haben“, so der Oberbürgermeister. „Warum nicht an der einen oder anderen Stelle etwas größer denken? Der Wunsch nach Wohnraum ist da. Die Frage ist aber, ob es zehn oder zwölf Stockwerke sein müssen oder drei oder vier.“

Wie schon auf dem Sauerbrunnen beschäftigt auch die Menschen auf dem Roten Buck das Thema Straßensanierung. Sie sind der Meinung, die drei schlechtesten Straßen der Stadt in ihrem Viertel zu haben und wollten wissen, wann sie erneuert werden. Grimmer antwortete mit einer Gegenfrage: „Was meinen Sie: Wie viele Straßenkilometer unterhält die Stadt Crailsheim?“ 240 Kilometer Straßen sind es plus 442 Kilometer Wirtschaftswege. „Wir haben ein Gesamtvermögen von 355 Millionen Euro, 170 Millionen Euro entfallen auf Infrastrukturvermögen  und davon wieder 95 Millionen Euro auf Straßen, Wege und Plätze“, zählte Grimmer auf.

Die Sanierung erfolge nach einer Prioritätenliste, die schlechtesten Straßen kämen zuerst an die Reihe. Die Fortschreibung der Liste werde in der kommenden Woche im Gemeinderat beschlossen. „Die Wolfgangstraße liegt dort momentan auf Platz 10 und die Theodora-Cashel-Straße auf Platz 17.“

Bevor es auf dem Roten Buck zum gemütlichen Teil überging, wollte Andreas Harthan noch wissen, wie Christoph Grimmer bei seiner Wiederwahl in acht Jahren in diesem Stadtteil die 50-Prozent-Marke knacken will. Auch dafür hatte der OB schon ein Rezept: „Arbeit, Arbeit, Arbeit.“

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