Crailsheim Beschützende Werkstätte Crailsheim: Aufträge im Montagebereich gesucht

Eine Mitarbeiterin der Beschützenden Werkstätte in Crailsheim bei der Montage eines Griffs.
Eine Mitarbeiterin der Beschützenden Werkstätte in Crailsheim bei der Montage eines Griffs. © Foto: Katharine Pajonk
Crailsheim / KATHARINE PAJONK 10.08.2016
Menschen mit Handicap eine ansprechende Arbeit zu geben – das ist ein Ziel der Beschützenden Werkstätte. Doch die Auftraggeber sind rar.

 „Es ist die Wertschätzung, die Tatsache, etwas sinnvolles geleistet zu haben, die den Menschen hier so viel gibt“, berichtet Dieter Bögelein, Standortleiter der Beschützenden Werkstätte Crailsheim. Und das ist nicht einfach so daher gesagt. „Wir sind hier wirklich gut aufgestellt, arbeiten in vielen Bereichen erfolgreich und auch wirtschaftlich. Wir verkaufen uns nicht unter Wert, um einen Auftrag zu bekommen“, berichtet Bögelein weiter.

Um 198 Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung kümmert sich die Beschützende Werkstätte in Crailsheim. 151 davon sind Mitarbeiter im Arbeitsbereich. Die Mitarbeiter werden dabei ihren Fähigkeiten entsprechend in den Werkstätten untergebracht. „Wir haben Menschen hier mit einer leichten geistigen Behinderung, bis hin zu Menschen mit mehrfach schwersten Einschränkungen – für alle finden wir eine ansprechende, erfüllende Tätigkeit.“

Der Großteil der Aufträge nimmt das Verpacken von Schrauben ein. Die Mitarbeiter arbeiten dabei nach dem Prinzip der „Schlauen Produktion“, in einer fest definierten Abfolge miteinander. Vereinfacht gesagt: Eine Person kümmert sich um das Aufstellen von Kartons, eine um das richtige Befüllen, eine weitere um das Verpacken und Etikettieren. Bebilderungen und andere Visualisierungen helfen dabei. Dieses Prinzip ermöglicht, dass der Großteil der Mitarbeiter komplett selbstständig arbeiten kann. „Fälschlicherweise wird diese Form des Arbeitens manchmal als ,Arbeiten wie am Fließband’ bezeichnet. Was falsch ist. Denn die Menschen arbeiten gemeinsam im Fluss und nicht Akkord an einem Band.“

Doch das ist nur ein Bereich in den Werkstätten: Auch CNC-Fräsen, Sägen und Bohrer stehen in einer Werkstatt bereit. Auch eine Gartenbaugruppe gibt es. Zudem ist durch die berufliche Qualifizierung der Gruppenleiter noch viel Know-how im Hintergrund: „Wir haben unter anderem einen Schreinermeister hier und einen Elektromeister. Dadurch ist fachliches Wissen in vielen Bereichen gegeben“, berichtet Bögelein. „Wie in jedem anderen Betrieb muss die Qualität am Ende des Tages stimmen. Hier können wir wirklich stolz auf das sein, was wir leisten. Wir kommen dabei nahe an die ,normale’ Arbeitswelt ran. Was das betrifft, werden wir oft unterschätzt.“

Jetzt ist der Standortleiter auf der Suche nach neuen Aufträgen. „Wir tun uns schwer, hier in der Gegend interessante Aufträge zu bekommen und das, obwohl wir uns durch die vielen Maschinenbauer eigentlich in einem guten Umfeld befinden. Vor allem der Montagebereich ist interessant für uns, das heißt jedoch nicht, dass wir anderen Anfragen gegenüber nicht aufgeschlossen wären.“

Firmen, die Interesse daran haben, Aufträge an die Beschützende Werkstätte zu vergeben können sich direkt bei Standortleiter Dieter Bögelein über die Vorgehensweise informieren.

Sozialunternehmen für Menschen mit Behinderung

Profil Die Beschützende Werkstätte für geistig und körperlich Behinderte Heilbronn e.V. (BW) ist das führende Sozialunternehmen für Menschen mit geistiger Behinderung im Erwachsenenalter in der Region Heilbronn-Franken.

Standorte 1967 gegründet ist sie heute mit mehr als 600 angestellten Mitarbeitern an sieben Standorten (Heilbronn-Bröckingen, Heilbronn-Kirchhausen, Bad Friedrichshall, Talheim, Ingelfingen, Schwäbisch Hall und Crailsheim) tätig.

Bereiche Über 1300 Menschen mit Behinderung werden in den Bereichen Arbeit, Förderung und Betreuung, Bildung sowie teilweise im Wohnbereich unterstützt. Dabei werden die Persönlichkeit und vorhandene Kompetenz geschult.

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