Die Themen beim Namen nennen – unter dieses Motto stelle er seine Arbeit, hatte Heribert Lohr, der Vorsitzende des Stadtmarketing-Vereins, bei seinem Amtsantritt vor zwei Monaten angekündigt. Der Wirtschaftsjournalist hält Wort, wie die erste Pressemitteilung des noch jungen Vereins beweist. In ihr sind mehrere Schwachstellen in der Stadt benannt, eine davon ist derzeit kaum zu übersehen – die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt.

Die ist für Tilman Wagner, Mitglied im erweiterten Vorstand des noch jungen Vereins, ein großes Ärgernis. Sie sei für ein Mittelzentrum wie Crailsheim „einfach beschämend“. In der jüngsten Sitzung des erweiterten Vorstands teilten andere Mitglieder seine Meinung, Worte wie „altbacken“ und „lieblos“ hätten die Diskussion geprägt, heißt es in der Pressemitteilung.

Konstruktive Kritik

Das Gremium will aber konstruktiv kritisieren und deshalb einen Vorschlag erarbeiten, der die Beleuchtung in ein Gesamtkonzept einbettet. „Es muss darum gehen, die schönen Ecken der Stadt, etwa die Türme, ins rechte Licht zu setzen, aber auch insgesamt eine ansprechende Atmosphäre in der Innenstadt zu schaffen“, unterstrich Jürgen Ulrich, und ergänzte: „Es muss doch nicht sein, dass es selbst in der Weihnachtszeit dunkle Ecken in der Stadt gibt.“

Thema war auch ein kommunalpolitischer Dauerbrenner in der Stadt: das Parken. Es wird vertieft in einer Arbeitsgruppe des Stadtmarketing-Vereins behandelt. Ziel ist es, bis zum Frühjahr 2019 einen Vorschlag zu erarbeiten, wie eine zeitgemäße Parkraumbewirtschaftung aussehen kann. Diese Arbeit soll zusammen mit der Stadtverwaltung geleistet werden. Erste Überlegungen stehen auf Seiten des Vereins schon im Raum - etwa das kostenlose Parken ab 17 Uhr und nutzerfreundliche Parkregelungen zu besonderen Zeiten, etwa in der Adventszeit. Vereinsvorsitzender Lohr denkt aber auch an Parkleitsysteme wie etwa in Schwäbisch Hall: „dort funktioniert das gut“.

Auch kleine Themen im Blick

Der Vorstand kümmert sich aber auch um kleinere Themen. Als Beispiele werden in der Pressemitteilung der Brunnen auf dem Marktplatz und die Jagstbrücke genannt. Deren Gehwege seien in einem schlechten Zustand. Nachdem der Platz vor dem Jagstbrückenhochhaus mit dem Scholl-Grimminger-Denkmal, mit Sitzmöglichkeiten und einem Brunnen erheblich aufgewertet worden sei, sei es nun an der Zeit, sich um das Umfeld, also die Brücke, zu kümmern. Ein weiteres Thema ist der Brunnen auf dem Marktplatz. Dessen Stufen sollen mit Holzplanken versehen werden, damit man sich gemütlich hinsetzen kann. „Unsere beiden Marktfrauen geben doch das Motto vor“, unterstreicht Vorsitzender Lohr. Im Herzen der Stadt ein wenig verweilen, und einen Plausch halten – „auch das ist Lebensqualität“, hebt er hervor.

Weitere Impulse erhofft sich der Verein, der von der Stadt jährlich mit 65 000 Euro unterstützt wird, von der künftigen Geschäftsführung. Die Stelle ist ausgeschrieben, die ersten Bewerbungen liegen bereits vor. „Es ist eine interessante Aufgabe“, sagt Lohr, verweist aber zugleich darauf, dass „Kreativität und Macherqualitäten gefordert sind“.

Info Der Stadtmarketing-Verein hat inzwischen eine Homepage: www.stadtmarketing-crailsheim.de

Aktive Mitglieder im neuen Verein


Sie arbeiten im neuen Stadtmarketing-Verein mit, und zwar im erweiterten Vorstand: Volker Groninger (Groninger & Co. GmbH), Susanne Hammer (Medicampus Gbr), Tilman Wagner (Wagner & Partner Rechtsanwälte GbR), Uwe van de Loo (Procter & Gamble Manufacturing GmbH), Ariane Hinrichs (Flügelau-Apotheke), Volker Hasel (Götz Optik GmbH), Swen Braunreuter, Katrin Wagner-Roll (Roll Firmengruppe) und Jürgen Ulrich (selbstständiger Rentenberater). Von der Stadt werden entsandt: Susanne Kröper-Vogt, Ressortleiterin Soziales & Kultur, und der zukünftige stellvertretende Leiter des Ressorts Bildung & Wirtschaft im Rathaus.