Ellwangen Bekenntnis zum Standort Ellwangen: BAG Hohenlohe investiert drei Millionen Euro

Richtfest am Neubau der BAG Hohenlohe an der Max-Eyth-Straße im Industriegebiet: Für rund drei Millionen Euro entsteht dort ein veritables Agrarzentrum. Fertiggestellt soll es bis zum Jahresende sein. Zu diesem Zeitpunkt müssen auch die bisherigen Gebäude an der Bahnhofstraße geräumt werden.
Richtfest am Neubau der BAG Hohenlohe an der Max-Eyth-Straße im Industriegebiet: Für rund drei Millionen Euro entsteht dort ein veritables Agrarzentrum. Fertiggestellt soll es bis zum Jahresende sein. Zu diesem Zeitpunkt müssen auch die bisherigen Gebäude an der Bahnhofstraße geräumt werden. © Foto: Franz Rathgeb
Ellwangen / FRED OHNEWALD 20.11.2014
Nach dem Niedergang der BAG Ellwangen hat in deren Nachfolge die BAG Hohenlohe ein überzeugendes Bekenntnis zum Standort Ellwangen abgelegt. Jetzt wurde Richtfest gefeiert im Industriegebiet.

Nachdem die BAG Ellwangen durch Bilanzmanipulationen höchst unrühmlich in die Schlagzeilen geraten war und ihrem Ende entgegentaumelte, hatte die BAG Hohenlohe die rettende Hand gereicht und zum 1. Mai 2013 mit der schwächelnden Nachbarin formell fusioniert, was in der Praxis einer Übernahme gleichkam.

Die Befürchtung vieler, der Ellwanger Raum werde von den neuen Herren aus Hohenlohe stiefmütterlich behandelt, hat sich keine Sekunde lang bewahrheitet. Im Gegenteil. Die BAG Hohenlohe macht Nägel mit Köpfen, wird jetzt mit dem gesamten Agrargeschäft in die Neubauten im Industriegebiet Neunheim umziehen: das Agrarzentrum mit einer Düngemittellagerhalle, in der schnell und unkompliziert be- und entladen werden kann, dazu ein Hochregallager und Blocklager für Futter- und Düngemittel, ein Vertriebsgebäude mit Büros und einem kleinen Agrarmarkt. Dort wird auch eine Verkaufsstelle für Heizöl und Diesel eingerichtet.

In der Nachbarschaft baut Heizöl-Kling aus Neunheim derzeit eine Tankstellenanlage samt zweier zusätzlicher 50.000 Liter fassenden Heizöl- und Dieseltanks, die von der "EDI" (Energie Direkt Hohenlohe), einer Tochterfirma der BAG Hohenlohe, angemietet werden. So kommt auch der Betriebszweig "Energie" nach Neunheim.

Am Montag war nun Richtfest an den Neubauten der BAG. Bevor Dennis Baumann als Zimmermann der Firma Holzbau Binz traditionell den Richtspruch zum Besten gab und das Glas zerschellen ließ, hatte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BAG Hohenlohe, Rolf Megerle, die Runde von Handwerkern und Festgästen begrüßt.

Geschäftsführer Michael Eißler stellte das im Wesentlichen zwei Gebäude umfassende Projekt vor, mit einer 2000 Tonnen fassenden Düngemittelhalle hinter der dort bereits bestehenden BAG-Siloanlage, und dem Hauptgebäude davor, in dem "das Herz dieses Standortes schlagen" werde, wie Michael Eißler sagte.

Dass die BAG Hohenlohe eine bodenständige Investorin ist, dokumentiert sich auch darin, dass das traditionelle Mostobstgeschäft dort ebenfalls weiterbetrieben wird. "Streuobstwiesen sind ein wichtiger Bestandteil unserer heimischen Kulturlandschaft", betonte Eißler die Notwendigkeit, die Mostobsternte weiter zu pflegen.

Mehr Beratungskapazität für Kunden

Für das Personal bringe der neue Standort verbesserte Arbeitsbedingungen, die Wege seien kurz, im Gegensatz zu den verwinkelten und langen Wegen an der Bahnhofstraße. Eißler versprach auch mehr Beratungskapazität für die Kunden im neuen Agrarzentrum.

Oberbürgermeister Karl Hilsenbek bedankte sich namens der Stadt Ellwangen für die Drei-Millionen-Investition und versprach, die Stadt werde die BAG begleiten; als Zeichen dafür sei sie gerade Mitglied der BAG Hohenlohe geworden. Die Konzentration des Agrargeschäfts am Standort Neunheim bedeute zugleich, dass sich für das Gelände an der Bahnhofstraße neue Gestaltungsmöglichkeiten ergäben.

Respekt zollte Hilsenbek, ebenso wie zuvor Eißler, den ausführenden Firmen, die vom ersten Spatenstich bis zum Richtfest nur genau vier Monate gebraucht haben. Hilsenbek wünschte, dass die Arbeiten in diesem Tempo weitergehen, damit bis zum Jahreswechsel der Betrieb dort oben aufgenommen werden kann: Zu diesem Zeitpunkt muss die BAG das alte Gelände in der Innenstadt ja geräumt haben - wiewohl im Moment noch nicht bekannt ist, was der neue Eigentümer mit dem Areal an der Bahnhofstraße eigentlich anfangen will; die Pläne für ein zweites Ärztehaus haben sich ja offenbar zerschlagen.

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