Crailsheim Beim Radio StHörfunk kann jeder am Mikro sitzen

Wolfgang Teufel von "Superufo" im Studio in Crailsheim freut sich auf neue Radiomacher. Foto: Ute Schäfer
Wolfgang Teufel von "Superufo" im Studio in Crailsheim freut sich auf neue Radiomacher. Foto: Ute Schäfer
Crailsheim / UTE SCHÄFER 30.03.2012
Was Radio StHörfunk in Schwäbisch Hall und Crailsheim anbietet, ist Pressefreiheit im besten Sinne. Hier kann nämlich jeder mitmachen.

Wolfgang Teufel ist Bauzeichner in einem Crailsheimer Ingenieurbüro. So weit, so normal. Wolfgang Teufel ist aber auch "Superufo" - und das ist schon etwas schräger. "Superufo" ist nämlich eine der Crailsheimer Redaktionen des Freien Radios StHörfunk in Schwäbisch Hall. Sie sendet Musik, die sonst niemand kennt: Punkrock und Elektro unter anderem aus Japan. Und an diesem Punkt wird"s jetzt halt ganz schräg. "Mich hat gereizt, die Musik im Radio zu spielen, die ich mag. Um die Leute mal mit einer anderen Musik zu belästigen, ums lustig auszudrücken." Wolfgang Teufel moderiert seine Sendung zusammen mit Cathrin Berger. Sein Thema neben der Musik sind auch neue Filme.

"Superufo" ist eine von derzeit etwa 40 Redaktionen des Freien Radiosenders StHörfunk in Hall (mit "Außenstudio" in Crailsheim.) Sie alle zusammen machen ehrenamtlich Radio. Den Sender gibt es seit 1995, die Pioniere kamen seinerzeit aus dem Umfeld des Clubs Alpha in Hall. Getragen wird StHörfunk heute von einem Verein und ist finanziert durch Mitglieder, Spenden und die Landesmedienanstalt - und damit auch vom Steuerzahler.

Aber das sei gerechtfertigt, sagen die Leute vom StHörfunk, und das habe mit einem der höchsten Güter unserer Demokratie zu tun - nämlich mit der Pressefreiheit: "Es soll jeder Zugang zu den Medien haben und sich publizistisch äußern können", sagt Wolfgang Teufel. Beim StHörfunk sei das ohne Einschränkungen gegeben. Fast ohne Einschränkungen, natürlich. Immerhin gelten die Gesetze auch für Freie Radios - Volksverhetzung oder Beleidigungen haben auch hier keinen Platz. Aber: "Im Prinzip kann jeder mitmachen und auch machen, wozu er Lust hat", sagt Wolfgang Teufel. Und so lässt das, was StHörfunk täglich in den Äther schickt, manchen kommerziellen Radiosender alt aussehen: Von Russenrock bis zu mährischer Blasmusik, von politischen Nachrichten bis zu christlichen Liedern ist alles dabei - und das ganz ohne Werbung.

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