Crailsheim Bei Ingersheim entsteht neuer Jagst-Nebenarm

Das „Aktionsprogramm Jagst“ soll die Artenvielfalt wiederbeleben. Dazu wird einen neuer Nebenarm bei Ingersheim angelegt. Das gut 100 Meter lange Seitengewässer dient vielen Fischarten als Laichplatz und Kinderstube.
Das „Aktionsprogramm Jagst“ soll die Artenvielfalt wiederbeleben. Dazu wird einen neuer Nebenarm bei Ingersheim angelegt. Das gut 100 Meter lange Seitengewässer dient vielen Fischarten als Laichplatz und Kinderstube. © Foto: Regierungspräsidium Stuttgart, Alois Hilsenbek
Ingersheim / swp 12.09.2018
Der „Landesbetrieb Gewässer“ setzt ein Aktionsprogramm um. Das Seitengewässer dient als Laichplatz.

Der „Landesbetrieb Gewässer“ im Regierungspräsidium (RP) Stuttgart legt mit seinem „Aktionsprogramm Jagst“ zur Wiederbelebung und Wiederherstellung der Artenvielfalt einen neuen Nebenarm bei Ingersheim an. Das schreibt das RP in einer Pressemitteilung. Das neue, gut 100 Meter lange Seitengewässer soll als Laichplatz und Kinderstube für viele Fischarten dienen. Der Anschluss an den Fluss soll die Strukturvielfalt im gesamten Gewässersystem Jagst erhöhen.

Das Vorhaben wurde bei einer gemeinsamen Jagst-Begehung zusammen mit dem Landratsamt Schwäbisch Hall, der Fischhegegemeinschaft Jagst, dem Fischereisachverständigen und Naturschützern als Strukturmaßnahme vorgeschlagen. Die Genehmigung des Landratsamts Hall liegt vor. Baubeginn ist bereits in Kürze, am 18. September.

Nachdem 2015 ein Großbrand in Lobenhausen die Jagst mit hochgiftigem Löschwasser verunreinigt hatte, hat der Landesbetrieb Gewässer in den letzten drei Jahren eine Vielzahl von Maßnahmen in Angriff genommen, um die Lebensbedingungen von Fischen und Kleintieren in der Jagst wiederherzustellen und zu verbessern.

Im „Aktionsprogramm Jagst“ geht es um die Wiederbelebung der Tier- und Pflanzenwelt, die Wiederherstellung der Artenvielfalt und die Stabilisierung des Flussbetts. Ein zentraler Baustein im Aktionsprogramm für die erfolgreiche Wiederherstellung der Artenvielfalt in der Jagst ist die Verbesserung der Gewässerökologie. Dazu zählen laut Regierungspräsidium Strukturmaßnahmen wie. . .

  • Störsteine in das Jagstbett einbringen, damit sich lokale Strudel, Kolke und Kiesbänke bilden,
  • Buhnen herstellen; dort entstehen Laichplätze und Fischkinderstuben,
  • mit einer Eisvogelwand Brutmöglichkeiten zur Verfügung stellen,
  • Seitengewässer schaffen zur Vergrößerung des aquatischen Lebensraums,
  • Kiesinseln herstellen als Laichplätze für Kieslaicher und Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten,
  • Herstellen von neuen Nebenarmen und Gewässeraltarme ausräumen; dadurch werden Ruhezonen geschaffen, Laichplätze und Kinderstuben für Krautlaicher entstehen,
  • Raubäume einbauen; sie dienen als Fischunterstände und als Brücken im Wasser-Land-Lebensraum
  • Uferbefestigungen abbauen, um dem Fluss die Möglichkeit zur eigendynamischen Entwicklung zu geben.
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