Crailsheim Begeisternde Streichervielfalt

Crailsheim / Ralf Snurawa 09.11.2018
„La Banda ViWaldi“, das Orchester der Freien Waldorfschule Crailsheim, gibt in der Liebfrauenkapelle sein Herbstkonzert. Mit dabei sind die Damen des Gesangs-Quintetts „More or L.L.E.S.S.“

Mittlerweile ist es schon eine kleine Tradition geworden, das Konzert von „La Banda Viwaldi“, des Streichorchesters der Crailsheimer Waldorfschule unter der Leitung von Wolfgang Hermann Kautter. Dieses Jahr präsentierten sie ein fast komplett neues Programm. Schwerpunkt war erneut die Barockmusik. Allerdings stimmten zunächst die Kinder des Geigenprojekts mit ihren Instrumentennachahmungen von Violine, Trompete, Klarinette und Pauke mit „Das Orchester“ die etwa 100 Konzertbesucher auf die folgende Stunde Musik ein.

Erst dann gab es Barockes zu hören: ein Konzert für vier Violinen von Georg Philipp Telemann, bei dem auch die Geigenprojektmusiker mitwirkten. Nach einer spannungsreichen langsamen Einleitung wurde zu den gezupften Saitenklängen der jüngsten Musiker belebt und heiter im Ausdruck musiziert.

Der Grave-Satz bot Raum für gesangliches Saitenspiel, gefolgt von schnellen imitatorischen Einsätzen in den verschiedenen Stimmlagen des Streichorchesters, die schön betont wiedergegeben wurden. Helen Kanatschnig durfte danach mit dem Solopart des ersten Satzes aus Antonio Vivaldis „Sommer“ glänzen. Zusammen mit den anderen jungen Musikern entstanden so Wechsel zwischen spannungsvollem Innehalten und packend schnellen Momenten.

Noch einmal Barockmusik, noch einmal ein Violinsolo, diesmal aber ohne Orchesterbegleitung, folgte mit zwei Sätzen aus Johann Sebastian Bachs Partita in d-Moll. Nazlican Evci wagte sich an die Allemande aus diesem Werk, die sie schön fließend und geatmet wiedergab, sowie an die Gigue, nun mehr tänzelnd im Fluss und schön pulsierend.

Sanfte Gesanglichkeit bestimmte danach das Spiel des Streichorchesters zum g-Moll- Adagio von Remo Giazotto. Das Stück sei ursprünglich einmal Tomaso Albinoni untergeschoben worden, weil der Verleger um seinen Notenverkauf besorgt war, erklärte Wolfgang Hermann-Kaut­ter. Das weich getönte Spiel der „Banda Viwaldi“ mündete in zart-trauriges Verklingen.

Den „unterhaltsameren Teil des Konzerts“, so der Dirigent, leitete im Anschluss Karl Jenkins‘ „Palladio“ ein, wieder entschieden in der Tongebung, aber auch leicht federnd auf den Betonungen zum Klingen gebracht. Tänzerisch bewegt schloss sich Fred Raymonds „Juliska“ an. Für Klangeffekte sorgten darauf die Kinder des Geigenprojekts, diesmal stärker eingebunden als in den früheren Konzerten, zu Astor Piazzollas „Libertango“. Dies unterstrich noch die Klangschärfe der Wiedergabe.

Locker, lässig und groovy

Eine Neuheit folgte mit der Gesangsgruppe „More or L.L.E.S.S.“, die zum einen locker-lässig und groovy Pharell Williams‘ „Happy“ boten, auf dem Klavier von Alexandra Jackel begleitet. Zum anderen trugen sie harmonisch zusammenwirkend den Beatles-Klassiker „Lady Madonna“ gemeinsam mit der „Banda“ mit Drive vor. Als traditionelles Schlussstück schloss sich Dmitri Schostakowitschs Walzer aus der Suite für Varieté-Orchester an, den wieder alle gemeinsam und in der Melodie schwelgend musizierten.

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