Crailsheim Baywatch Degenbachsee

Sie halten samstags und sonntags den ganzen Tag am Degenbachsee Wache, um im Notfall Leben retten zu können (von links): Jonas Breuninger, Elle Memmler, Maris Keller, Mara Memmler, Wachleiter Fabian Bierlein, Sina Vogt, Maya Vogt und Dominik Vogt.
Sie halten samstags und sonntags den ganzen Tag am Degenbachsee Wache, um im Notfall Leben retten zu können (von links): Jonas Breuninger, Elle Memmler, Maris Keller, Mara Memmler, Wachleiter Fabian Bierlein, Sina Vogt, Maya Vogt und Dominik Vogt. © Foto: Luca Schmidt
Crailsheim / Luca Schmidt 08.08.2018
Die Rettungswache der DLRG Crailsheim sorgt am Degenbachsee in Jagstheim dafür, dass im Notfall schnell Hilfe vor Ort ist – dafür opfern die Rettungsschwimmer sogar ihre Freizeit.

Sieben Monate, 279 tödliche Badeunfälle in Deutschland – das ist die Bilanz, die die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Ende Juli zog. Ein Faktor ist das gute Wetter, das die Menschen an die Seen und Flüße treibt. Ein weiterer: Fast 90 Prozent der Menschen ertrinken in unbewachten Binnengewässern. Am Jagstheimer Degenbachsee sorgt am Wochenende die Ortsgruppe des DLRG Crailsheim dafür, dass das Baden dort sicherer ist und niemand zu Schaden kommt. Der Badesee ist der einzige, der von der Ortsgruppe überwacht wird.

Einer der Rettungsschwimmer ist Fabian Bierlein. Der 24-Jährige ist Wachleiter und bereits seit 18 Jahren beim DLRG. „Ich bin gerne geschwommen und so zum DLRG gekommen“, sagt Bierlein. Dort sei es dann üblich, den Rettungsschwimmkurs zu absolvieren. „Die Einsätze haben mir Spaß gemacht“, sagt Bierlein. Deshalb habe er weitergemacht.

Dabei geht es im Einsatz nicht nur um die Rettungswache am Bade­see in Jagstheim. „Einsatzstellen sind häufig größere Seen oder Flüsse“, sagt Bierlein. Alarmiert werden im Notfall gleich mehrere Ortsgruppen, die zur Einsatzstelle fahren. „Wir waren bei der Flutkatastrophe in Braunsbach aktiv, einige von uns halfen auch nach dem Elbhochwasser.“

Tastend Tauchen

Neben dem Rettungsschwimmkurs hat Bierlein mittlerweile schon einige weitere Fortbildungen gemacht, unter anderem im Wasserrettungsdienst und als Einsatztaucher. „Für die Einsatztaucherausbildung benötigt man neben dem Tauchschein mindestens 20 Übungsstunden unter Wasser“, sagt Bierlein. Dabei sei das Tauchen in heimischen Gewässern etwas anderes als beispielsweise im Roten Meer. „Unter Wasser sehen wir kaum etwas, dafür ist das Tasten umso wichtiger“, sagt Bierlein.

Ein weiterer Unterschied zum Sporttauchen: Man geht alleine unter Wasser und nicht mit seinem „Buddy“. „Der Taucher ist durch eine Leine mit dem Boot verbunden, über die kommuniziert wird“, sagt Bierlein. So bedeutet zweimal ziehen, dass der Taucher nach links tauchen soll, dreimal nach rechts. Einmal ziehen ist das Notzeichen. Zur Sicherheit ist an Bord des Bootes ein weiterer Reservetaucher, der im Notfall eingreifen und den Taucher unter Wasser beistehen könnte.

Ständig in Bereitschaft

Unter einem Sonnensegel warten die Rettungsschwimmer am Degenbachsee auf ihren Einsatz. Normalerweise sind samstags von 13 bis 19 Uhr und sonntags von 10 bis 19 Uhr sechs Rettungsschwimmer vor Ort, um im Notfall eingreifen zu können. „Das machen wir je nach Badebetrieb“, erklärt der 24-Jährige. So fahre er beispielsweise morgens an den Degenbachsee. Wenn dann kaum Badegäste da sind, fängt die Schicht ein bisschen später an. Dafür kann es sein, dass die Rettungsschwimmer abends länger bleiben.

Zu Beginn des Jahres werden die Dienste vom technischen Leiter zugeteilt. „Im Idealfall sind es pro Schicht sechs Leute, von denen mindestens drei erwachsen sind“, sagt Bierlein. So müsse jeder über das Jahr verteilt circa vier Tage Rettungswache am Degenbachsee halten.

Zwölf Jahre ohne Unglück

Seit rund zwölf Jahren ist Bierlein jetzt schon bei der Rettungswache am Degenbachsee – „passiert ist bis jetzt zum Glück aber noch nichts Größeres, während ich Wache hatte“, sagt er.

Dass es dabei bleibt, dafür sorgen er und seine Kollegen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel