Wenn Alexander Busch-Nowak über das spricht, was auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks geschieht, dann funkeln seine Augen. Mit seiner Liebe zu Schienen und den dazu passenden Fahrzeugen steckt er die Besucher am Sonntag bei der Führung über das Gelände inmitten des Crailsheimer Gleisdreiecks schnell an – falls sie nicht ohnehin schon mit dem Eisenbahner-Virus infiziert sind. Und so offenbart er auch einige seiner Gefühle, die er mit all den ungezählten Stunden ehrenamtlicher Arbeit dort verbindet.

Herzblut für die Eisenbahn

Es schmerzt ihn sichtlich, dass es derzeit zu wenige Helfer seiner Art gebe, die mit anpackten. „Und wenn mal nur jemand, nachdem ich gemäht habe, drei Mal im Jahr alles auf einen Haufen kehrt, wäre das schon toll“, wirbt er um Unterstützung. Sein Herz blute, sagt er, angesichts fehlender Freiwilliger und den zahlreichen unerledigten Aufgaben, beim Blick auf Gebäude, Loks und Waggons auf dem Areal, die immer mehr verkommen. Wie viele Baustellen gleichzeitig die Bahn-Enthusiasten offen haben, wird während der anderthalb Stunden dauernden Führung mehr als deutlich.
Aber auch, welche Freude die Arbeit macht, beispielsweise wenn davon berichtet wird, wie die Drehscheibe neben dem Lokschuppen nach und nach wieder rekonstruiert wird. Das Crailsheimer Original ist nämlich verschrottet worden, ein ähnliches Modell aus Ostdeutschland nun nach Hohenlohe gebracht worden. „Als der Elektromotor lief, haben wir Sitzgarnituren darauf gestellt und richtig gefeiert. Eine Stunde ging es in eine, eine weitere in die andere Richtung rund. Da brauchten wir kein Volksfest“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen.
Busch-Nowak kommt auch auf die Pläne zu sprechen, die die Stadt Crailsheim mit dem Gelände hat – und mit denen sie in die Bewerbung um die Landesgartenschau geht. Dass es zuerst Kommunikationsschwierigkeiten mit der Bahnbetriebswerks AG gab, in dessen Vorstand er sitzt und der ein Großteil des Geländes gehört, das gibt Busch-Nowak zu.

Schuppen für Veranstaltungen

„Das lag aber einfach auch an der Corona-Zeit“, zeigt er sich versöhnlich. Trotzdem erinnert er sich noch daran, wie er und seine ehrenamtlichen Kollegen von einem Entwurf überrascht wurden, der eine neue Veranstaltungshalle vorsah. „Als ich den gesehen habe, da sagte ich: ‚Moment. Da ist doch unsere Werkstatt’“, berichtet Busch-Nowak.
Mittlerweile ziehe man an einem Strang, gehe auf gegenseitige Vorschläge ein. Er sieht die Laga als Chance für die Weiterentwicklung des Gebiets. „Da gibt es dann freie Mittel“, ist er sich sicher. So könnte ein Ringlokschuppen hinter der Drehscheibe entstehen, wo es ihn schon früher einmal gab. „Der könnte auch für Veranstaltungen genutzt werden“, nennt er den Nutzen, den die Bahnfreunde und die Kommune gleichermaßen daraus ziehen könnten.
Dass die Bahnbetriebswerker am längeren Hebel säßen, merkt er ebenfalls an. Denn wenn die Stadt davon ausgehe, dass das Areal einfach als Bahngelände entwidmet werden könne, täusche sie sich. Das sieht er als unwahrscheinlich an: „Solange es hier noch Bahnbetreiber gibt, wird das Bundesamt das sicher nicht machen“, so der Fachmann.