Dinkelsbühl Bach und Metal harmonieren bestens

Das Dinkelsbühler Hallenbad bietet den Festival-Besuchern Heavy-Metal-Wassergymnastik an.
Das Dinkelsbühler Hallenbad bietet den Festival-Besuchern Heavy-Metal-Wassergymnastik an. © Foto: Heiko Hercher
Dinkelsbühl / pm 14.08.2018
Am Mittwoch beginnt das zweitgrößte Metal-Festival Deutschlands „Summer-Breeze“ in Dinkelsbühl.

Einmal im Jahr ist die romantische Altstadt Dinkelsbühls geprägt von Menschen in schwarzer Kleidung – während des Festivals „Summer Breeze.“ Das zweitgrößte Heavy-Metal-Festival Deutschlands geht seit 2006 im Dinkelsbühler Stadtteil Sinbronn über die Bühne – und ist für die Stadt und ihre Bewohner nicht mehr wegzudenken. „Wir heißen alle Metalfans in unserer Stadt willkommen, Dinkelsbühl freut sich auf die schwarz gekleideten“, begrüßt Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer die rund 40.000 Besucher, die aus der ganzen Welt anreisen. Städtische Einrichtungen und der lokale Handel engagieren sich für das Festival – und profitieren davon, so die Stadt.

Handel floriert

„Die Besucher des Festivals sind extrem freundliche Menschen und jedes Jahr gern gesehene Gäste bei uns“, sagt Citymanagerin Jasmin Dirian. Zusätzlich kurbeln sie den Handel vor Ort an. „Es sind nicht nur Getränke gefragt, sondern auch Grillfleisch, Holzkohle und Campingartikel“, sagt Lebensmittelhändler Jürgen van Bürck.

Das Bekleidungshaus Schmidt hat sich am Festival-Wochenende auf die Wünsche der Besucher eingestellt. „Mittlerweile haben wir schon Stammkunden, die unsere Sonderangebote an Stühlen, Zelten und Schlafbetten jedes Jahr in Anspruch nehmen. Alles läuft reibungslos ab und wir sehen dem Event mit Freude entgegen“, sagt Geschäftsführer Bernd Habelt.

Die Dinkelsbühler Brauerei Hauf hat zwei Stände auf dem Festival aufgebaut: „Da gibt es regionales Bier für die nationalen und internationalen Gäste. Natürlich sind unsere Stände auch Treffpunkte für Einheimische“, sagt Brauereibesitzer Bernd Hauf.

Damit das Festival reibungslos über die Bühne gehen kann, werden in der Festivalwoche rund 150 Verkehrsschilder platziert. „Es wird sozusagen ein eigener Ort ‚Summer Breeze’ aufgestellt“, sagt der Dinkelsbühler Bauhofleiter Günter Lechler. Für seine Mitarbeiter gibt es dabei eine Menge zu tun. „Ehe wir die Schilder aufstellen können, müssen wir bei den Absperrungen die Blinklichter auf ihre Funktionalität überprüfen. Das ein oder andere Schild muss auch wieder hergerichtet werden“, erklärt Lechler.

Bäder öffnen früher

Das Freibad öffnet an einigen Festivaltagen zwei Stunden früher – eigens für die Besucher des Summer Breeze. „Bei schönem Wetter erwarten wir bis zu 1000 Besucher am Tag. Ich und das Team freuen uns immer auf das Festival“, schildert Bäderbetriebsleiter Heiko Hercher. Auch das Hallenbad hat länger geöffnet, an einigen Festivaltagen ab 8 statt 14 Uhr. „Außerdem bieten wir am Freitag um 11 Uhr Metal-Fitness mit Metal-Musik an. Dies hat sich etabliert und wird seit Jahren sehr gut angenommen“, sagt Hercher. Auch hier werden bis zu 1000 Besucher täglich erwartet.

Metal auf der Orgel

Abends wird auf dem Festival gefeiert, tagsüber gehen viele Besucher in die Stadt – und besuchen dabei auch die kulturellen Einrichtungen Dinkelsbühls. „Alle mit Festivalbändchen freuen sich über einen vergünstigten Eintritt“, sagt Museumsleiterin Ingrid Metzner vom Haus der Geschichte.

Ein besonderer kultureller Genuss wartet im Münster St. Georg: Dort können die Festival-Besucher Orgelkantor Volker Oertel und seiner Toccato „on the rocks“ zuhören. Rund 100 Besucher kamen in den vergangenen Jahren zu jeder der drei Sondervorstellungen. „Johann Sebastian Bach und Metal können bestens harmonieren“, sagt Oertel.

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