Crailsheim Auto bleibt in der Garage

Crailsheim / Christine Hofmann 23.08.2018
Die Firma Bosch engagiert sich als fahrradfreundlicher Arbeitgeber für Mitarbeiter, die mit dem Rad zur Arbeit kommen.

Ich wohne in Crailsheim und habe einen kurzen Weg zur Arbeit, den kann ich bequem mit dem Fahrrad zurücklegen“, erzählt Dennis Baumann. „Wenn ich zu Stoßzeiten Feierabend habe und mit dem Rad an der Autoschlange vorbei nach Hause radeln kann, das macht richtig Spaß.“ Dennis Baumann ist einer von vielen Mitarbeitern der Robert Bosch Packaging Technology in Crailsheim, die regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Auch Stefan Schulz, Matthias Schröder, Matthias Dorn und Mathias Messer haben heute das Auto in der Garage stehen lassen. „Wir kommen meistens mit dem Rad“, sagen sie. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bewegung an der frischen Luft ist gesund und hält fit, dabei ist es eine klimafreundliche und kostengünstige Alternative zum Auto. Selbst schlechtes Wetter hält die überzeugten Radfahrer nicht ab: „Es ist alles eine Frage der richtigen Kleidung.“

Von den Vorzügen, den Weg ins Geschäft radelnd zurückzulegen, sind immer mehr der 1100 Beschäftigten überzeugt. „Die Zahl der radfahrenden Mitarbeiter steigt stetig an“, berichtet Ulrike Straube, Architektin im Bereich Facility Management: „Die Plätze in unseren beiden Fahrradunterständen werden knapp und man sieht ständig mehr Mitarbeiter mit einem Fahrradhelm durchs Tor gehen.“

Nicht jeder ist freilich so ambitioniert wie Matthias Dorn, der seinen 25 Kilometer langen Anfahrtsweg das ganze Jahr hindurch bis auf wenige Ausnahmen mit dem Fahrrad bestreitet. „Für mich ist Radfahren eine schöne Möglichkeit, die Fitness zu erhalten und von der Arbeit abzuschalten“, so Dorn.

Manche Bosch-Mitarbeiter treffen sich sogar nach Dienstschluss in der Mountainbike-Gruppe, um gemeinsam zwischen 30 und 50 Kilometer über Schotterwege durch die Region zu fahren.

Das Unternehmen unterstützt Mitarbeiter, die ihren Arbeitsweg mit dem Fahrrad bewältigen, gezielt. So gibt es zwei überdachte Fahrradunterstände in direkter Nähe der Eingangsbereiche. „Einer der Unterstände wird noch in diesem Jahr erneuert und vergrößert. Es wird hier künftig auch Ladeschränke für E-Bike-Akkus der Bosch-Mitarbeiter geben“, berichtet Ulrike Straube. Den Strom zum Aufladen stellt das Unternehmen kostenlos zur Verfügung.

Auf dem Werksgelände gibt es außerdem Duschen und Umkleideräume, die die radfahrenden Mitarbeiter nutzen können. Auf Anfrage wird ihnen ein Spind zur Verfügung gestellt, in dem sie Wechselkleidung aufbewahren können.

Seit Jahresanfang gibt es darüber hinaus ein Bike-Leasingangebot. Bosch-Mitarbeiter können bis zu zwei Fahrräder leasen – sowohl konventionelle Räder, als auch E-Bikes. Die Räder können sie sich zuvor bei einem Händler oder im Internet aussuchen und nach ihren Wünschen zusammenstellen lassen.

Der Leasingvertrag läuft über 36 Monate. Die erste Rate übernimmt die Firma. Am Ende der Laufzeit kann das Rad gekauft, zurückgegeben oder ein neues Rad geleast werden. „Das Angebot kommt bei den Mitarbeitern sehr gut an und wird häufig in Anspruch genommen“, sagt der Leiter des Bereichs Facility Management, Matthias Ellinger. Seit es das Leasingangebot gebe, seien weitere Mitarbeiter vom Auto aufs Rad umgestiegen. „Es gibt jetzt mehr freie Pkw-Parkplätze“, stellt Ellinger fest und wertet das als positives Zeichen.

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