Bewusst hätten sie einige Stücke vom letzten Jahr vor ihrem Konzert in Pamiers wiederaufgenommen, erklärte Wolfgang Hermann-Kautter dem Publikum am Mittwochabend in der Crailsheimer Liebfrauenkapelle. Am Sonntag soll es in die Partnerstadt in Frankreich gehen.

Und wenn man dort ein Konzert gebe, sei es wichtig, auch mit einer gewissen Sicherheit spielen zu können. Das würden die wiederaufgenommenen Stücke bieten. Aber es gehe auch um das Entwickeln des Orchesters: „Nicht Töne sollen die Schüler suchen, sondern den Ausdruck.“

Das stellten sie dann gleich zu Beginn des Konzerts mit Werken von Antonio Vivaldi und Wolfgang Amadeus Mozart unter Beweis. Entschieden im Tonfall und packend gespielt erklangen die Ecksätze von Vivaldis Konzert für zwei Violinen und Streicher in a-Moll RV 522. Mal in sich gekehrt, mal verträumt erklangen die von mehreren Geigern übernommenen Solopassagen.

Zart gesanglich gelang ihnen der langsame Mittelsatz, der insgesamt schön in der Schwebe gehalten blieb. Gutes Zusammenspiel und das recht problemlose Bewältigen des virtuosen Parts zeichneten dann auch die Wiedergabe von Vivaldis Concerto grosso in g-Moll RV 578 aus. Die Schüler spielten mit Hingabe.

Noch besser gelang dies in Mozarts früher G-Dur-Sinfonie KV 129. Mit Witz gespielt und zupackend war der Eingangssatz zu hören. Schöne Staccato-Folgen und das gekonnte Herausarbeiten von Kontrasten bestimmten den letzten Satz. Dazwischen wurde das „Andante“ graziös gespielt und sanft gesanglich intoniert.

Der Romantik und der Moderne war der zweite Konzertteil gewidmet. Wunderbar geatmet und mit weichem Legato-Spiel erklang Edvard Griegs „Åses Tod“. Ausdrucksstark wirkte besonders der zweite Teil dieses Instrumentalstücks durch den warmen Streicherklang und den sanft-tröstenden Tonfall.

Tänzerisch und mit Leidenschaft gespielt folgte Johannes Brahms’ fünfter Ungarischer Tanz. Das druckvolle Spiel im Mittelteil gelang ebenso wie die humorvoll gelockerte Antwort darauf. Großer Gesangston bestimmte danach das israelische „Zemer Atik“. Die jungen Musiker zeigten dabei viel Gespür für den Klang.

Tänzerisch ging es weiter. Mit Schwung war die Melodie zu „Die Juliska aus Budapest“ aus Fred Raymonds Operette „Maske in Blau“ in den Violinen zu hören. Zu Astor Piazzollas „Libertango“ kamen zu Beginn die Kinder vom Geigenprojekt der dritten und vierten Klasse der Waldorfschule mit hinzu.

Nach einem mit Drive gespielten „Lady Madonna“ von Paul McCartney waren sie noch einmal mit Dmitri Schostakowitschs zweitem Walzer aus der Suite für Varieté-Orchester zu hören, mit dem das Konzert ausklang. Die Musiker ernteten für ihre Darbietung viel Beifall.