Crailsheim Aus Kirche wird Kindergarten

Pfarrer Eyub Aksoy und Dekanin Friederike Wagner erläutern die Umbaupläne der Paul-Gerhardt-Kirche.
Pfarrer Eyub Aksoy und Dekanin Friederike Wagner erläutern die Umbaupläne der Paul-Gerhardt-Kirche. © Foto: Julia Vogelmann
Crailsheim / Julia Vogelmann 20.06.2018
Mit dem Umbau der Christuskirche zum Kindergarten verwirklicht die evangelische Kirche auf dem Roten Buck ein vielleicht zukunftsweisendes Projekt.

Demnächst wird der Umbau der Paul-Gerhardt-Kirche auf dem Roten Buck zum Kindergarten in die Tat umgesetzt. Die Pläne hängen bereits seit einigen Wochen in der Kirche und im Kindergarten zur Information aus und die Gemeinde wurde bei einem Informationsabend und mit 500 Flyern, die verteilt wurden, auf den Umbau vorbereitet.

„Der Altarraum wird kaum verändert und auch der Raum oben und die Galerie bleiben“, geht Dekanin Friederike Wagner auf eine der größten Sorgen der Gemeindemitglieder ein. Tatsächlich bleiben Orgel, Altar und Taufstein an Ort und Stelle. Eine mobile Holzwand wird eingezogen, die während des Kindergartenbetriebs die Einrichtung schützt. Der Altarraum wird zum Mehrzweckraum für die Kindergartenkinder. Er wird mit einem weichen Vinylboden zum Spielen und Toben ausgestattet.

Die zwei Gruppen bekommen jeweils zwei Räume, wie es die Vorgaben für Kindertagesstätten verlangen. Mit großen Fenstern werden diese in Zukunft genug Licht bieten. Der jeweils kleinere der beiden Räume bietet die Möglichkeit, Einzelförderung oder Arbeit mit Kleingruppen zu realisieren.

Zwischen den beiden Gruppenräumen entsteht eine Küche mit daran anschließendem Kindercafé. „Ganz neu werden auch die Toiletten und der Wickelbereich gestaltet“, freut sich die Dekanin. Dazu gehören auch WCs, die von den Kirchgängern genutzt werden können, wenn Gottesdienst im Altarraum stattfindet.

Architekt Hans-Christoph Lamparter hat sich einige Kniffe einfallen lassen, die den Raum praktisch ausnutzen, ohne große Umbauten zu erfordern. So entsteht zwischen Altarraum und jetzigem Gemeinderaum ein Stauraum. „Es ist leichter, einen Neubau hinzustellen, als mit einem bestehenden Gebäude zu arbeiten“, lobt Pfarrer Eyub Aksoy die zweckmäßige Planung.

Der viele Platz im Kirchengebäude ermögliche es außerdem, den Kindern Räume zu schenken, die in einem Kindergarten nicht selbstverständlich vorhanden seien. „Im Untergeschoss entsteht ein Nassspielraum, wo der Umgang mit den Naturelementen möglich sein wird“, verrät Friederike Wagner. Auch für Garderobenplätze ist genug Platz in der großen Empfangshalle, die natürlich mitgenutzt wird.

Auch im Außenbereich wird sich etwas tun. „Das Grundstück wird mit einem Zaun komplett eingefriedet und das Rondell wird nicht mehr befahrbar, aber noch zugänglich sein“, erklärt Pfarrer Aksoy, womit die Umbaumaßnahmen beginnen. In Absprache mit den Erzieherinnen werden später die Außenanlagen zum Spielgelände umgestaltet, in das jede Gruppe von ihrem Gruppenraum aus gehen kann, ohne quer durch das Gebäude zu müssen.

Sorgen haben sich gelegt

Inzwischen haben sich durch die transparente Information der Kirchengemeinde einige Sorgen gelegt und das ungewöhnliche Projekt stößt auf große Zustimmung auf dem Roten Buck. „Es wird in Zukunft sehr deutlich werden, dass es ein evangelischer Kindergarten ist. Vorher war es nur der Inhalt, jetzt ist es auch die Verpackung“, sagt Friederike Wagner und betont gleichzeitig, dass – wie bisher – alle Kinder willkommen sind, egal aus welcher Glaubensrichtung sie kommen. Sobald der Oberkirchenrat die baurechtliche Genehmigung erteilt und die Stadt grünes Licht gibt, geht es los.

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