Crailsheim Aus „Tequila“ wird „Oh Jesus“

Crailsheim / Ralf Snurawa 25.07.2018
Die Bigband des Albert-Schweizer-Gymnasiums bietet ausdrucksstarke Solomomente und fesselnden Brass-Sound.

Sonst würden sie immer nur drei oder vier Stücke bei Schulkonzerten aufführen, meinte Musiklehrer Tobias Wolber vom Crailsheimer Albert-Schweitzer-Gymnasium über die Big Band der Schule, tatsächlich würden in den Proben jedoch viel mehr Stücke einstudiert. Einen kleinen Einblick in diese Arbeit gewährten die Schüler am Samstagabend in der Friedenskirche in Altenmünster. Über 70 Zuhörer kamen trotz des Kulturwochenendes in Crailsheim. Mit ihrem Lehrer und Big-­Band-
leader, der auch mal in die Tasten greift, loteten sie das Repertoire von Glenn Miller bis zu Bruno Mars aus. Den Anfang machte das groovende „Peter Gunn“-­Thema von Henry Mancini.

Mit Gefühl gesungen

Schmachtende Töne folgten in Consuelo Velázquez‘ „Bésame mucho“, rhythmisch relaxt und mit schönen Figurationen in den Saxofonen vorgetragen. Noch mehr lateinamerikanische Klänge mit Verweis auf Santana bot „Smooth“ von Ital Shur und Rob Thomas. Dabei gelang der Blechbläsersection schöne „hot intonation“: heruntergezogene Töne in den Trompeten, aufgeraute Klänge in den Posaunen.

Lilli Drenzeck sorgte dann, am Klavier von Tobias Wolber begleitet, mit „Let it Be“ von den Beatles für die ersten Gesangstöne an diesem Abend – und auch für das erste längere Solo, schlicht und mit Gefühl gesungen. Als Kontrast erklang von der Big Band darauf Antonio Carlos Jobims federnd vorgetragene „One Note Samba“.

Pep hatte Glenn Millers „In The Mood“, Schwung Donald Yetter Gardners „All I Want For Christmas Are My Two Front Teeth“, in dem man neben Lilli Drenzeck und der Big Band Tobias Wolber auf der Orgel der Friedenskirche erleben konnte.

Ein weiteres Solo bot Zhide Meng auf dem Klavier – allerdings aus dem klassischen Bereich: das Es-Dur-Nocturne von Frédéric Chopin. Duke Ellingtons „Caravan“ entführte dann in orientalische Gefilde. Benedikt Egetemeyer spielte auf der Posaune einen längeren Chorus.

Englischlehrerin Ramona Lang duettierte mit Lilli Drenzeck schön offen in den Stimmen in Nickolas Ashfords und Valerie Simpsons „Ain’t No Moutain High Enough“. Und Johanna Andrejew und Fabian Pelzer sorgten für weitere Soloeinlagen auf Alt- wie Tenorsaxofon in Daniel Flores’ „Tequila“, für die Kirchenaufführung zu „Oh Jesus“ abgewandelt.

Ed Sheerans „I See Fire“, gesanglich in die Tiefe gehend, wurde Lalo Schifrins mit Drive zu spielendem „Mission Impossible“-­Thema gegenübergestellt, gefolgt von Amy Winehouses R&B-Titel „Rehab“, von Ramona Lang mit dem richtigen Jazzfeeling vorgetragen.

Johanna Andrejew duettierte auf dem Altsaxofon mit Tobias Wolber auf der Orgel: „It Don’t Mean A Thing If It Ain’t Got That Swing“ von Duke Ellington.

Mit Erskine Hawkins’ „Tuxedo Junction“ unterstrich Ramona Lang noch einmal, dass sie die ideale Jazzstimme hat. Philipp Stöckert zeigte sein Improvisationskönnen dazu auf der Trompete. Von Wolber auf dem Klavier begleitet war noch einmal Ramona Lang in Beyoncés „Halo“ stimmgewaltig und mit Ausdruckstiefe zu hören, ehe die Big Band den nötigen Funk-Sound und Groove zu Bruno Mars’ „Uptown Funk“ aufbrachte.

Für den begeisterten Beifall bedankten sich die Schüler mit Bill Haleys „Rock Around The Clock“.

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